Aachen: „Le Roi David“: Eine Perle der Chorliteratur

Aachen: „Le Roi David“: Eine Perle der Chorliteratur

Dass dieses Stück eine besondere Herausforderung ist, nicht nur für die Musiker, die Sänger und den Dirigenten, sondern auch für das Publikum, das will Andreas Klippert gar nicht bestreiten. Man muss halt ein wenig Neugier mitbringen, dann, verspricht er, darf man sich auf ein nicht alltägliches Hörerlebnis freuen.

Arthur Honeggers sinfonischer Psalm „Le Roi David“ steht auf dem Programm der Konzertreihe „Messe +“ am kommenden Samstag, 29. Juni, um 20 Uhr in der Kirche St. Michael (Hagios Dimitrios) an der Jesuitenstraße in Aachen. Klippert, Chordirektor mit Dirigierverpflichtung am Theater Aachen, wird am Pult stehen und einen großen Apparat — das Sinfonieorchester, den Opernchor, den Sinfonischen Chor und die Solisten Katharina Hagopian (Sopran), Sanja Radiši (Mezzosopran), Louis Kim (Tenor) und Burkhard Dinter (Sprecher) — durch die Partitur führen. Die Partitur eines Stücks an der Schwelle zur Moderne, wie Klippert sagt, mit Reminiszenzen an Debussy, Fauré oder Bach, aber auch mit scharfen Rhythmen und krassen harmonischen Wendungen, die an Strawinsky erinnern.

Der 1892 geborene Honegger hat das Stück im Alter von 29 Jahren als Bühnenstück für großen Chor, Soli, Sprecher und kleines Orchester konzipiert und es später zu einem Oratorium umgeschrieben. In Aachen wird die Urfassung zu hören sein — „sie ist reduzierter, konzentrierter, atmosphärischer“, sagt Klippert. Warum das Stück heute eher selten — der Städtische Chor Aachen selbst hat es im Mai 1963 zum letzten Mal aufgeführt — auf deutschen Konzertbühnen zu hören ist, dafür hat der Chordirektor selbst auch keine Erklärung. An den Qualitäten, betont er, kann es nicht liegen. Im Gegenteil: Diese Vertonung von Ausschnitten aus dem Leben des alttestamentarischen Königs David passe perfekt in das Konzept der Reihe „Messe +“ — nämlich Perlen auszugraben, die abseits des „üblichen“ Chorkonzertprogramms liegen.

Gesungen wird in französischer Sprache, nur die Sprechtexte, die die Handlung vertiefen, sind in deutscher Sprache zu hören. Man darf also gespannt sein. Tickets gibt es in allen Vorverkaufsstellen Ihrer Tageszeitung.

www.theater-aachen.de

(hjd)