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Aachen: Land möchte Teile des Staatsforsts verkaufen

Aachen : Land möchte Teile des Staatsforsts verkaufen

Wollte man den Staatsforst Nordrhein-Westfalens zu Fuß durchmessen, wäre man einige Zeit unterwegs, immerhin ist er 118.900 Hektar groß. Also so groß wie 188.500 Fußballfelder. So groß jedenfalls, dass Umweltminister Eckhard Uhlenberg glaubt, sich von Teilen des Waldes trennen zu können.

29 Millionen Euro will er aus dem Verkauf von Staatsforst erlösen, so hat er´s kürzlich in den Haushaltsplan fürs kommende Jahr eintragen lassen. Der Bund Deutscher Forstleute hat wortreich gegen Uhlenbergs Pläne protestiert, in den Kreisen Heinsberg, Düren und Aachen bleibt man dagegen eher gelassen. Auch weil niemand ernsthaft glaubt, dass Flächen aus seinem Bezirk verkauft werden könnten.

Da ist zum Beispiel Jochen Knoth vom Forstamt Eschweiler. Knoth verwaltet alle bewaldete Gebiete des Kreises Heinsberg und der Stadt Aachen, Teile des Waldes in den Kreisen Düren und Aachen. Er sagt, aus seinem Bezirk seien sicher keine Flächen vom Verkauf betroffen, schon weil das Ministerium versichert habe, (natur-)geschützte Gebiete des Staatsforsts vom Verkauf auszuschließen.

Im Forstamt Rureifel erhält man im Prinzip die gleiche Auskunft, allerdings schränkt Verwaltungsdezernent Dirk Lüder ein: „Es ist möglich, dass Einzellagen im Bereich Monschau und Simmerath verkauft werden könnten.” Darüber wiederum kann Herbert Derks nur lachen, dessen Bezirk Monschau und Simmerath einschließt. Derks sagt zwar, die ein oder andere Wiesenfläche gehöre wohl zum Staatsforst, er könne sich aber nicht vorstellen, wer diese Wiesen zu welchem Zweck kaufen solle.

Ein Anruf im Umweltministerium ergibt, dass potenzielle Käufer Eigentümer bewirtschafteter Waldgebiete sind, die an Gebiete des Staatsforsts grenzen. Durch Zukäufe könne dann ohne nennenswerten Mehraufwand eine größere Fläche bewirtschaftet werden. Sagt zumindest Markus Fliege, Pressesprecher des Landes-Umweltministeriums.

Fliege kann und will allerdings nicht sagen, welche zu verkaufenden Gebiete das Ministerium genau ins Auge gefasst hat. Klar sei überdies noch nicht einmal, „ob sich überhaupt Käufer für diese Gebiete finden werden”. Das werde man „dann im Laufe des Kalenderjahres 2008 sehen”.