Maastricht: Kulturhauptstadt Europa 2018: Jugend soll zum Sieg verhelfen

Maastricht: Kulturhauptstadt Europa 2018: Jugend soll zum Sieg verhelfen

„Europa wiederentdecken” - unter diesem Motto steht die endgültige Bewerbungsschrift zur Kandidatur um die Kulturhauptstadt Europa 2018. Das sogenannte „Bidbook” wurde am Freitag in Maastricht der Öffentlichkeit vorgestellt. Am kommenden Dienstag soll das 124 Seiten umfassende Dossier offiziell bei der niederländischen Regierung eingereicht werden.

Vier große Kapitel gliedern das Konzept (siehe untenstehende Grafik). Ein Vögelchen symbolisiert mit Bauch, Flügeln und Schwänzchen die programmatischen Leitlinien: „Sprechen in vielen Sprachen”, „Erinnerung an das, was sein wird”, „Europa leben” und „Europa spiegeln”.

Das Maskottchen soll in den nächsten Jahren als Wiedererkennungszeichen möglichst häufig in allen beteiligten Kulturhauptstadt-Orten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland auftauchen, und das sind ja eine ganze Menge Partner.

Huub Stevens, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Maastricht & Euregio Kulturhauptstadt 2018, und der künstlerische Leiter, Guido Wevers, übergaben die erste Ausgabe des Bidbooks dem Maastrichter Bürgermeister Onno Hoes und Jürgen Linden, dem ehemaligen Aachener Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden aller Partner.

Linden hielt vor der Presse ein flammendes Plädoyer für die europäische Idee, die es gerade in Europas größter Krise seit dem Zweiten Weltkrieg wieder zu erneuern und zu befördern gelte. Vor allem auch dazu soll das Kulturhauptstadtjahr mit der Einbeziehung möglichst vieler Menschen beitragen.

Gerade die „Generation Maastricht” sei hier gemeint - Menschen die nach 1992, dem Jahr des Vertrages von Maastricht, geboren wurden, sind angesprochen, ihr Talent und ihre Energie mit einzubringen und der Bewerbung zum Sieg zu verhelfen.

Erste euregionale Kulturprojekte stehen in der Planung bereits fest: eine Oper zum Thema „Europa wiederentdecken”, dargeboten von Opernensembles aus Lüttich, Aachen und Maastricht, eine Ausstellung „Eurovisionen” in den Museen der Euregio, eine Theaterproduktion „Vier lagen goud” („Vier Schichten Gold”), das eine Kooperation flämischer, wallonischer, niederländischer und deutscher Schauspieler sowie Darsteller mit Migrationshintergrund ist.

Außerdem wird beim Festival „De Parade” in Brunssum die Uraufführung neuer Choreographien, die auf alten Volkstänzen aufbauen, stattfinden. 30 000 Menschen aus Maastricht und Umgebung haben bei der gesamten Konzeption bereits mitgewirkt, 2013 ist im Stadion ein „Euregionaler Tag der Laienkunst” mit 10.000 Teilnehmern geplant.

Die Jury der niederländischen Regierung wird bereits am 30. November eine Vorauswahl unter den Bewerbern treffen, endgültig soll dann im September 2013 feststehen, welche Stadt/Region das Rennen um die Kulturhauptstadt 2018 gemacht hat.

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