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Aachen: Kraftprobe der besonderen Art geschafft

Aachen : Kraftprobe der besonderen Art geschafft

Bange machen gilt nicht beim Jungen Sinfonieorchester Aachen.

Zum 25-jährigen Jubiläum forderten die Musiker und ihr Dirigent Peter Sauerwein die Glücksgöttin so selbstbewusst heraus, dass man auf himmlischen Beistand dringend angewiesen war.

Das heißt nicht, dass man sich nicht intensiv auf die Mutprobe vorbereitet hätte. Aber zwei auch orchestral anspruchsvolle Klavierkonzerte als Aperitif und Beethovens Neunte als Hauptgang: An so einem Menü kann man sich leicht verschlucken.

Doch keine Angst: Sauerweins bewährte und gründliche Probenarbeit sowie der vorbildliche Einsatz der jungen Musiker sorgten für einen zwar langen, aber dennoch hörenswerten Abend im sehr gut besuchten Eurogress.

Vor der Pause gab Lars Vogt den Ton an: Das Erste Klavierkonzert von Sergej Prokofieff lebt von der kecken Aufbruchstimmung des seinerzeit 18-jährigen Komponisten, woran uns der mit vitaler Frische und kraftvollem Zugriff agierende Pianist in keinem Takt zweifeln ließ.

Souverän schaltete Vogt im langsamen Satz in den lasziven Gang einer Rachmaninow-nahen Elegie um, bevor er im Finale mit pianistischer Brillanz zum Schluss drängte.

Das Klavierkonzert seiner Frau Tatjana Komarova fand in Vogt einen perfekten Anwalt, aber es verlangte auch dem Orchester einiges an kammermusikalischer Transparenz ab. Da musste man einige Abstriche hinnehmen, was den beachtlichen Gesamteindruck jedoch nicht wesentlich trübte.

Nach der Pause dann der Griff zu den Sternen: Zu hören gab es eine Neunte, die den Notentext ordentlich und ohne größere Pannen zu Gehör brachte.

Das ist eine ganze Menge, mehr zu verlangen wäre vermessen. Mit von der Partie waren auch der erweiterte Bachverein und Mitglieder des Chores St. Laurentius Aachen.

Begeisterter Beifall für eine Kraftprobe der besonderen Art.