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Aachen: Kommt Lutz Drach bald wieder frei?

Aachen : Kommt Lutz Drach bald wieder frei?

Nicht nur, dass eine Haftbeschwerde von Drach-Verteidiger Detlef Hartmann beim Oberlandesgericht anhängig ist. Schließlich sitzt der 44-Jährige nach Eröffnung des Wiederholungsverfahrens Ende März immer noch in Untersuchungshaft.

Auch das vom Bundesgerichtshof verordnete neue Verfahren vor der 6. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht gegen Lutz Drach, den Bruder des Reemtsma-Entführers Thomas, ist einigermaßen flügellahm. Doch jetzt kommt Schwung in die Geschichte. Gericht, Staatsanwalt und Verteidiger haben sich zu einem Rechtsgespräch zusammengefunden. Das Ergebnis wird am kommenden Dienstag öffentlich verhandelt.

Jetzt, im neuen Verfahren, sind die Juristen bei runden sieben Jahren oder weniger angelangt. Der Poker um das Strafmaß wurde nach etlichen Verhandlungstagen in geordnete Bahnen geleitet. Wenn der damals nur teilgeständige Lutz Drach am Dienstag zugibt, dass er tatsächlich Entlohnung für die Geldwäsche-Dienste bekommen und dies in Verbindung zu anderen Mitgliedern der Entführerbande getan hat, dann gilt dies als erweitertes und strafmilderndes Geständnis - bei einer zu erwartenden Strafe von sechseinhalb Jahren. Sollte sich Drach nur auf sein altes Teilgeständnis berufen, dann hat er sieben Jahre wegen banden- und gewerbsmäßiger Geldwäsche zu erwarten. In jedem Fall aber stimmte Oberstaatsanwalt Lutz Bernklau zu, einer möglichen Freilassung nach der Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe nicht im Wege zu stehen - allzu lange wird die Haft also nicht mehr dauern.