Köln: Kölner Stadtrat widerruft Abriss des Kölner Schauspielhauses

Köln: Kölner Stadtrat widerruft Abriss des Kölner Schauspielhauses

Das Kölner Schauspielhaus wird doch nicht abgerissen. Der Stadtrat votierte am Dienstagabend mehrheitlich für den Erhalt des Theaterbaus. Erst im Dezember hatte der Rat beschlossen, den Komplex des Architekten Wilhelm Riphahn aus den 50er Jahren abzureißen und einen Neubau zu errichten.

Aber eine Initiative sammelte dagegen mehr als 50.000 Unterschriften.

Diese Bürger wollen eine Sanierung des bestehenden Gebäudes durchsetzen. Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) empfahl dem Stadtrat am Dienstag, im Juli einen Bürgerentscheid zu dem Thema abzuhalten und die Kölner selbst darüber abstimmen zu lassen.

CDU, Grüne und Linkspartei stellten sich jedoch auf die Seite der Sanierungsbefürworter. Unter anderem mit den Stimmen dieser drei Parteien - gegen SPD und FDP - wurden die nach einer knapp dreieinhalb Stunden langen Diskussion Abrisspläne gekippt: Beschlossen wurde, die Planungen für eine Sanierung umgehend aufzunehmen.

Klar ist, dass das Schauspielhaus nicht länger bespielbar ist. Die Gebäudesubstanz ist veraltet und die technische Einrichtung in desolatem Zustand. Eine Sanierung wäre auch sehr teuer, sie würde nach Berechnungen der Befürworter von der Initiative 270 Millionen Euro kosten. Für Abriss und Neubau sind 300 Millionen Euro veranschlagt.

Die Befürworter argumentieren, dass Riphahns Schauspielhaus ein bedeutendes Beispiel der deutschen Nachkriegsarchitektur ist. Neben dem Schauspielhaus steht die Kölner Oper, ebenfalls von Wilhelm Riphahn. Dass sie saniert wird, steht bereits fest.

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