Köln: Köln: Menzel-Aquarell aus jüdischer Sammlung restituiert

Köln: Köln: Menzel-Aquarell aus jüdischer Sammlung restituiert

Ein jahrzehntelang verschollenes Aquarell des Malers Adolph von Menzel (1815-1905) aus der jüdischen Sammlung Sommerguth ist vor seiner Versteigerung restituiert worden.

Die derzeitigen Besitzer, eine Privatsammlung in Norddeutschland, und die Erben hätten sich darauf geeinigt, das Bild in die Auktion zu geben und den Erlös aufzuteilen. Das teilte das Kölner Auktionshaus Van Ham am Dienstag mit. Das um 1862 entstandene Bild „Blick aus dem Atelierfenster in der Marienstraße” soll dort am 16. November versteigert werden.

Bereits mehrfach sind Werke aus der Sommerguth-Sammlung, die 1939 von den Nazis zwangsversteigert wurde, auf dem Markt aufgetaucht und restituiert worden. Das in Köln angebotene Menzel-Aquarell war in der auf NS-Raubkunst spezialisierten Datenbank Lost Art aufgeführt. Van Ham hatte daraufhin Kontakt mit der Muggenthaler Research aufgenommen, die die Sommerguth-Erben vertritt.

Die Farbstudie Menzels hat einen Schätzpreis von 8000 bis 12 000 Euro. Alfred Sommerguth, Direktor der Tabakfabrik Loeser & Wolf, hatte eine Sammlung mit über 150 Werken, darunter Arbeiten bedeutender Impressionisten, aufgebaut. Die Familie floh 1941 vor den Nazis über Portugal nach New York, wo Sommerguth 1950 verarmt starb.

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