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Köln: Köln baut Düsseldorf einen Dorn ins Auge

Köln : Köln baut Düsseldorf einen Dorn ins Auge

Im Kampf darum, weiter Landesmittelbehörde für das Rheinland zu bleiben, schafft die Bezirksregierung Köln im Kampf mit der Landesregierung in Düsseldorf jetzt Fakten. Steinerne Fakten.

„Mit dem Neubauprojekt der Bauwens Development und der Corpus Sireo Projektentwicklung Köln an Gereon- und Cardinalstraße wird der Standort der Bezirksregierung Köln im Herzen der Stadt als Sitz einer leistungsfähigen Mittelbehörde im Rheinland weiter gefestigt”, so teilen es die Verantwortlichen der Kölner Bezirksregierung mit und setzen gleichzeitig fest darauf.

Zum einen und - natürlich - in erster Linie, um die noch dezentralen Büros ihrer Behörde weitestgehend an einem Standort zentralisieren zu können. Zum anderen und - zumindest wenn man vermag, rheinische Grundsatzfragen unbeachtet zu lassen - in zweiter Linie auch, um im ewigen rheinischen Duell mit Düsseldorf trefflich unschlagbare Argumente zu haben.

So wichtig, grundlegend und nur aus angeborener Sicht entscheidbar die Fragen nach Alt oder Kölsch, Dreigestirn oder Prinzenpaar, Alaaf oder Helau auch sind. Dieses Mal geht es um nicht weniger als die neue Zentrale des Rheinlands und damit um die rheinische Frage schlechthin.

Der Beschluss zumindest steht

Schließlich möchte das Land Nordrhein-Westfalen - und nicht nur die Kölner gehen noch davon aus, dass es auch den Willen gibt, diesen Beschluss umzusetzen - die bisherigen acht Mittelbehörden (als welche die Bezirksregierungen in Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster, die Landschaftsverbände Rheinland in Köln und Westfalen-Lippe in Münster und der Regionalverband Ruhr in Essen firmieren) bis 2012 auf drei Bezirksverwaltungen reduzieren - je eine für Westfalen, das Ruhrgebiet und eben das Rheinland.

Nur will natürlich kein bisheriger Behördensitz sein ureigenes und ihm angestammtes Amt verlieren. Und das zeitigt schwerwiegende Folgen, denn: Es kann nur einen geben! Nur einen Sitz rheinischer Individual- und Identitätsverwaltung.

Nun legen die Kölner in dieser Frage vor: Das schon fortgeschrittene Bauprojekt sei Teil einer Gesamtentwicklung, mit der am Standort Köln insgesamt 27000 Quadratmeter Fläche geschaffen würden.

Die Fassade zur Gereonstraße werde vom Kölner Architekturbüro HPP Hentrich-Petschnigg und Partner gestaltet, das den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Die voraussichtlich im Dezember 2009 bezugsfertigen Flächen böten - so der Sprecher der Bezirksregierung, Dirk Schneemann - Platz für etwa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Behörde.

Durch den Abriss des ehemaligen Rechenzentrums der AXA-Versicherung und des Gebäudes der Barmenia-Versicherung an der Gereonstraße sei Platz für einen Neubau mit insgesamt rund 7000 Quadratmetern Mietfläche entstanden. Das Gebäude verfüge über einen direkten fußläufigen Anschluss an den existierenden Campus der Bezirksregierung und werde von dort über den gemeinsamen Zentralrechner versorgt.

Auch für Regierungspräsident Hans Peter Lindlar - logischerweise - ein Schritt in die richtige Richtung: „Ich freue mich sehr, dass es mit dieser Baumaßnahme gelingen wird, zukünftig alle bisher noch verstreut untergebrachten Dienststellen der Bezirksregierung Köln in der Stadt Köln, aber auch die beiden Außenstellen Siegburg und Euskirchen auf einem gemeinsamen Gelände unterzubringen. Damit sparen wir bei den Mieten, bei Kurierfahrten und Dienstleistungskosten.”

Ach ja: Der Aachener Sitz der Kölner Bezirksregierung bleibt übrigens erhalten. Doch wäre ein Schelm, wer dächte, dass sich auch dieser angestammte Mittelbehörden-Standort in das Rennen um dräuende rheinische Zentralhoheit begäbe.