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Aachen: Klingender Glanz: Ludwig Güttler und sein Ensemble

Aachen : Klingender Glanz: Ludwig Güttler und sein Ensemble

Die Glanzlichter setzte der Maestro selber: Beim Auftritt Ludwig Güttlers mit seinen Virtuosi Saxoniae in der Reihe der Meisterkonzerte kam Brillanz auf, wenn Güttler den Taktstock mit der Trompete oder dem Corno da Caccia tauschte und selbst instrumental aktiv wurde.

In Concerti für Trompeten und Corni da Caccia von Johann Friedrich Fasch, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel erhielt das Publikum einen Eindruck von höfischer Prachtentfaltung des Barock, wenn Güttler mit seinen Bläserkollegen für strahlende metallische Klänge sorgte, die bei allem äußeren Glanz immer kultiviert erschienen und sich organisch in den Gesamtklang des Kammerorchesters einfügten.

Vor allem das Konzert für drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, Streicher und Basso continuo von Telemann brachte das, was man von Güttler erwartete: Virtuosität im Passagenspiel, Rundung des Klangs und strahlende Tongebung. Hierin standen Güttler seine Kollegen Mathias Schmutzler, Volker Stegmann und Roland Rudolph kaum nach.

Weniger aufregend waren die Stücke, an denen Güttler nicht als Instrumentalist beteiligt war. Die Virtuosi Saxoniae pflegen einen Interpretationsstil, der mit seinem weichgespülten, vibratogetränkten Klangbild kaum heutigen Interpretationsstandards gerecht wird. Besonders deutlich wurde dies bei Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert d-Moll für zwei Violinen mit den beiden Solisten Roland Straumer und Johanna Mittag, die zwar sauber und tonschön musizierten, es in den Ecksätzen aber an Vitalität und Spritzigkeit fehlen ließen.

Mangelnde Lebendigkeit und Sorgfalt der Artikulation und betuliche Tempi in den schnellen Sätzen verstärkten den Eindruck eines routinierten Ensembles von tüchtigen Musikern, die sich an diesem Abend nicht von ihrer inspiriertesten Seite zeigten.