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Heerlen: Kleinkind starb: Vorwürfe gegen vier Ärzte

Heerlen : Kleinkind starb: Vorwürfe gegen vier Ärzte

Fehldiagnose und Fehlverhalten wirft das Gesundheitsamt Heerlen vier Hausärzten im Fall eines sieben Monate alten Babys vor, das am 22. März 2003 an Hinrhautentzündung starb.

Wie aus der amtlichen Untersuchung hervorgeht, stellten drei Ärzte eine falsche Diagnose. Dem Vierten, der das Krankheitsbild richtig erkannte, wird vorgeworfen, weder das todkranke Kind selbst ins Krankenhaus gefahren noch einen Krankenwagen angefordert zu haben. Die Ärzte, denen keine Strafe auferlegt wurde, müssen nun einen Lehrgang mitmachen, der sich speziell mit der Diagnostik bei schwer erkrankten Kleinkindern beschäftigt.

Der Großvater des Mädchens sitzt zur Zeit im Gefängnis, weil er vor kurzem einen der Hausärzte zum zweiten Mal tätlich angegriffen hat. Im Mai vorigen Jahres war er wegen des gleichen Delikts schon einmal verhaftet worden. Die Familie des Kindes will es nicht bei dem Bericht belassen und hat jetzt zwei Anwälte eingeschaltet.

Drei Ärzte hatten ihr Bedauern geäußert. Der vierte Mediziner hat Widerspruch gegen den Untersuchungsbericht eingelegt.