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Aachen: Klassischer Musik gleich doppelt verbunden

Aachen : Klassischer Musik gleich doppelt verbunden

Der Musik ist Marijn Simons gleich doppelt verbunden: Als dritter Konzertmeister im Sinfonieorchester Aachen spielt er sie auf der Geige - und als Komponist erschafft er sie zugleich.

Dies können die Besucher des für diese Spielzeit letzten Sinfonie-Konzertes erleben. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch lassen der aus Geleen stammende Simons, der mit seiner rumänischen Ehefrau Karina in Kerkrade lebt, und seine Kollegen unter anderem dessen bereits 2006 vollendete 3. Sinfonie erstmals erklingen.

Obwohl der 26-Jährige die Sinfonie geschrieben hat, bevor er sein Engagement in Aachen antrat, zeugt doch der Ort und das Orchester der Uraufführung davon, dass es zwischen Simons, der Stadt und den Sinfonikern gefunkt hat. Das liegt zu einem nicht geringen Teil an Bosch, den der Geiger und Komponist als charismatische Persönlichkeit erfahren hat - und als einen Dirigenten, von dem auf natürliche Weise Autorität ausgehe.

Der GMD sei ein „fantastischer Musiker”, der in der Lage sei, überzeugende Klang-Ideen zu entwickeln und dem Orchester zu vermitteln. So vertraut Simons auf die zwingende Kraft von Boschs Interpretationen. Und noch ein Plus sieht er: Der GMD verstehe es, „Kunst zum gesellschaftlichen Ereignis zu machen”.

Durch eine frühere Uraufführung mit dem Titel „A Ti Te Toca” unter Boschs Ägide im Jahre 2004 war der Kontakt zwischen dem Niederländer und den Aachenern schon früh geknüpft. In der folgenden Zeit verfestigten sich die Bande (ganz besonders nach Simons´ Engagement als 3. Konzertmeister im Januar 2008) weiter, so dass sich der Komponist leichten Herzens entschloss, Bosch und dem Aachener Orchester die Sinfonie zur Uraufführung anzuvertrauen. Und verspricht, dass es „sehr farbig” werden wird.

Im Übrigen ist es Marijn Simons nicht bange darum, neben seinem Dienst im Orchester genügend Zeit zum Komponieren zu bekommen. Seine Ideen setzt er mal auf Papier, mal im Computer auf die Notenlinien, wenn er abends heim nach Kerkrade kommt.

Froh darüber, im Schnitt mit vier bis fünf Stunden Schlaf auszukommen, hat der Komponist unlängst eine Ballettmusik mit akustischen und elektronischen Komponenten fertig gestellt. Als Künstler hegt er, ohne zu politisieren, dann freilich auch politische Ideen. Zum Beispiel die: „Die Politiker müssten viel mehr in Kunst investieren - dadurch entsteht eine intellektuelle Evolution.”

Solistin ist die lettische Geigerin Baiba Skride

„Helsinki - Amsterdam” lautet das Motto des letztes Sinfoniekonzerts der Spielzeit am Mittwoch, 18. Juni, und am Donnerstag, 19. Juni, im Eurogress, Aachen, Monheimsallee, statt. Beginn ist jeweils 20 Uhr.

Neben der Sinfonie von Simons stehen noch Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie und das d-Moll-Konzert für Violine und Orchester von Jean Sibelius auf dem Programm. Den Solopart übernimmt dabei die lettische Geigerin Baiba Skride.