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Bielefeld: Kitsch oder Kunst: Jeff Koons in Bielefeld

Bielefeld : Kitsch oder Kunst: Jeff Koons in Bielefeld

Seine Bildwelten schöpft der amerikanische Künstler Jeff Koons aus der globalisierten Konsumwelt: Der Mega-Star der US-Kunstszene wird von den einen als scharfsichtiger Kritiker der Gegenwart gefeiert, von anderen als „King of Kitsch” belächelt.

In ihrer jüngsten Ausstellung zeigt die Kunsthalle Bielefeld nun den 1955 geborenen Koons als Maler, Grafiker und Fotografen. Die seit 1980 entstandenen Arbeiten sind von Sonntag an (bis 10. November) präsentiert.

Weltbekannt wurde der Wahl-New-Yorker, der als Kurzzeit-Ehemann des italienischen Porno-Sternchens „Cicciolina” auch die Klatschspalten erobert hat, vor allem mit Skulpturen aus Alltagsgegenständen, mit riesigen Fantasie-Tieren, aus deren „Fell” Blumen wachsen („Puppy”).

Im Mittelpunkt der Bielefelder Ausstellung stehen rund 30 neuere großformatige Gemälde von Koons, der in der Nachfolge Andy Warhols und anderer Größen der US-Pop-Art die Kunstwelt im Sturm erobert hat.

Zu entdecken sei ein Künstler, der „Symbole und visuelle Codes der auf Wissen und Dienstleistungen basierenden nachindustriellen Gesellschaft” in die Pop-Art eingeführt habe, kommentierte Bielefeld Kunsthallenleiter Thomas Kellein.

Kometengleich umkreist eine Kette von Corn-Flakes einen Löffel mit Sahnehäubchen, hinter dem auf dem Gemälde „Loopy” von 1999 ein groteskes Clownsgesicht grinst. „Cut-Out” heißt eine Montage aus patriotischen Präsidentenporträts und einem Eselskopf mit Strohhut.

Koons großformatiges Gemälde „Saint Benedict”, ein himmelwärts blickendes Heiligengesicht hinter schwappenden Kaffee-Tassen, erinnert an barocke Deckenfresken und verbindet Erhabenes mit Trivialem.