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Aachen/Geilenkirchen: Kissenmord gibt weiter Rätsel auf

Aachen/Geilenkirchen : Kissenmord gibt weiter Rätsel auf

Ein äußeres Zeichen war symptomatisch für den eigentlich vorletzten Tag im Mordprozesses gegen einen 21-jährigen Kongolesen aus Geilenkirchen: Die Kalender von Schwurgerichtskammer (Vorsitz Dr. Gerd Nohl), von Gutachtern, Verteidiger und Staatsanwältin mussten auf den Tisch, drei neue Sitzungstermine mussten her.

Denn ob es wirklich der Angeklagte war, der den 51-jährigen Mann am 8. Mai 2003 mit Kissen erstickt hatte, bleibt zweifelhaft. Der Angeklagte sagte kein Wort zur Sache, wahrscheinlich aus Angst vor Drohungen.

Heftige Lügen

Am frühen Morgen des dritten Prozesstages kam Hoffnung auf, ein wenig mehr Licht ins Dunkel um den Mordfall im Umfeld des Jugendzentrums „Zille” zu bringen. Die Aussagen mehrere Jugendlicher am Donnerstag vergangener Woche hatten kaum weitergeführt, nach Ansicht des Verteidigers Lars Lozar wurde oftmals heftig gelogen.

Und auch gestern ging es nur mit nachdrücklichen Ermahnungen eines Zeugen ab, dessen Aussage genauestens protokolliert wurde. Der 18-jährige musste zum Schluss die Hand zum Eid erheben. Er war morgens nicht als Zeuge erschienen, wurde deshalb von seinem Arbeitsplatz von der Polizei abgeholt und vorgeführt worden, so sehr interessierte seine direkte Einlassung das Gericht. Der 18-jährige, der noch Bewährung hat, schwor, rein gar nichts mit der Sache zu tun zu haben.

Ein anderer Jungendlicher hatte dagegen zuvor ausgesagt, der 18-Jährige habe im Bus palavert, er sei bei der Tat dabei gewesen - einer von beiden muss also lügen.

Dem Angeklagten ist die Tat bislang bislang nicht nachzuweisen. Teile aus dem Diebesgut wurden von Zeugen bei ihm gesehen, er benutzte das Handy des Toten.