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Aachen: Kirchenmusikalisches Konzert aus einem Guss

Aachen : Kirchenmusikalisches Konzert aus einem Guss

St. Severin in Aachen-Eilendorf hatte seine geräumige Pfarrkirche mit der klaren Akustik zur Verfügung gestellt, damit die Hochschule für Kirchenmusik ein Chor- und Orchesterkonzert am Ende des Semesters aufführen konnte.

Thematisch fasste das Programm am „Tag der Darstellung des Herrn” noch einmal die Weihnachtszeit zusammen.

Der Kammerchor der Kirchenmusik-Hochschule St. Gregorius begann mit dem „Abschied der Hirten von der Krippe” aus „Lenfance du Christ” von Berlioz, sang dann, passend zum Tagesevangelium, den „Lobgesang des Simeon” von Mendelssohn und überließ dann dem Kammerorchester Aix-la-Chapelle das Feld für Händels Orgelkonzert „Der Kuckuck und die Nachtigall”.

Im letzten, aufwendigsten Programmteil schlossen sich alle zusammen zum Weihnachtsoratorium von Saint-Saens, wobei die exponierten Gesangssoli von Dozenten übernommen wurden.

Sonst allerdings war es ein Konzert der Studenten: Sechs Studenten und eine Studentin standen am Dirigentenpult, und auch der Solopart des Orgelkonzerts wurde auf zwei Musiker aufgeteilt.

Doch trotz unterschiedlicher Stile, Besetzungen und Dirigenten wirkte das Konzert ganz aus einem Guss. Das hat seinen Grund: Die Aufführenden sind die zukünftigen Organisten, Chorleiter und Kantoren katholischer Pfarren. Da wird diszipliniert auf die anderen eingegangen.

Tugenden wie Textverständlichkeit, Exaktheit in Rhythmus und Intonation und insbesondere eine edle Pianokultur zeigen die Professionalität dieses Chores. An seine Grenzen gerät er dann freilich, wenn die Heiden wirklich toben sollen.

Dramatische Ausbrüche sind nicht unbedingt Sache der Kirchenmusiker. Für die solide vorbereitete Gemeinschaftsleistung spendete das Publikum langen Beifall.