Aachen: Kinder waren für ihn Inspiration

Aachen: Kinder waren für ihn Inspiration

Seit 1970 ist die bronzene „Klenkes”-Gruppe am Holzgraben in Aachen so etwas wie ein symbolisches Wahrzeichen der Stadt und zugleich die erste bildnerische Darstellung des Aachener Grußes. Sein Schöpfer ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 28. April im Alter von 84 Jahren gestorben: der Bildhauer Hubert Löneke.

Wenn auch vermutlich längst kein Mensch mehr den kleinen Finger in die Luft reckt, um in der Fremde einen Öcher Artgenossen zu begrüßen, so bleibt zumindest die Legende davon nach wie vor lebendig. Als Kleinplastik wurde Lönekes Klenkes von Anfang an immer wieder mehr oder minder schlecht kopiert.

Viele Werke des gebürtigen Westfalen waren von seiner langjährigen Arbeit mit Kindern inspiriert: das bronzene Printenmädchen zum Beispiel und der „Türe-lüre-Lißchen-Brunnen” mit tanzenden Kindern. „In Kindergesichtern geht mir eine Welt auf”, hat er einmal gesagt. „Sie können sich nicht verstellen”, lautete seine liebenswerte Philosophie.

Eine dreifache Berufung bestimmte Hubert Lönekes Leben: Er hat als Schriftsetzer gearbeitet, als Bildhauer und über 25 Jahre lang als Werklehrer im Sonderschuldienst.

Breites Schaffensspektrum

Aufgewachsen war er mit acht Geschwistern in der Landwirtschaft. Kunst studierte er an der Düsseldorfer Akademie. Das Spektrum seiner bildhauerischen Arbeit war weit gespannt. Es reichte von Büsten des Aachener Baumeisters Ludwig Mies van der Rohe und des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, die 1966 im Aachener Kennedypark enthüllt wurde, bis hin zu abstrakten Skulpturen.

Für die Stadt Bitburg schuf er den „Gäeßeströpper-Brunnen”, mit dem er eine Episode aus dem Dreißigjährigen Krieg verewigte: Bei der Belagerung durch die Schweden mussten die Bitburger ihre letzten Ziegen schlachten. Kinder schlüpften daraufhin in die abgezogenen Geißenfelle und liefen in dieser Vermummung auf der Stadtmauer herum. Die Schweden wähnten noch reichlich Vorräte in der Stadt und zogen ab...

Den beständigen Wechsel betrachtete Löneke immer als wichtigen Quell seines künstlerischen Schaffens. Sein Credo lautete: „Ich versuche stets, das Abstrakte durch das Figürliche vor der Erstarrung zu bewahren, andererseits das Figürliche vor der Gefälligkeit zu schützen.”

Der unbekanntere Hubert Löneke beschäftigte sich mit Zeichen, die Beziehungen knüpfen zu den archaischen Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft.