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Kinder kämpfen für Kinder-Rechte

Kinder kämpfen für Kinder-Rechte

Aachen (an-o) - Die Aachener "terre des hommes"-Gruppe hat Nachwuchs bekommen. Die Mitglieder des neuen "Kinderrechts-Teams" sind zwischen fünf und 13 Jahre alt und wollen mit Aktionen auf Kinderrechtsverletzungen in der ganzen Welt aufmerksam machen.

"Die Leute sollten alle mal eine Weltreise machen, dann sehen sie selber wie das ist", schlägt Simon vor. Der Fünfjährige ist Benjamin der Gruppe und immer noch stark beeindruckt von einer "terre des hommes"-Aktion, die er im Sommer in Köln gesehen hat. Da wurden in einer Art Schauspiel Jungen und Mädchen versteigert, um auf den Handel mit Kindern aufmerksam zu machen.

An UN-Konvention erinnern

Der 13-jährige Ruben ist etwas pragmatischer und schlägt als erste Aktion für den neu gegründeten Jugendableger des internationalen Kinderhilfswerkes ein Quiz vor, bei dem die Menschen ihre Kenntnisse über die Kinderrechte überprüfen können. Denn darum geht es: Simon (8), Jan (8), Simon (5) und Ruben (13) möchten die Menschen an die UN-Kinderrechtskonvention erinnern, die außer von den USA und Somalia von allen Staaten der Welt unterzeichnet wurde.

Mit der Einhaltung der darin festgeschriebenen Rechte sieht es aber in vielen Ländern schlecht aus. Kinder müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, werden mangelhaft ernährt, können keine ausreichende medizinische Hilfe in Anspruch nehmen oder leben schutzlos auf der Straße. Die Liste lässt sich noch erweitern und um Beispiele zu finden, muss niemand in den Süden fahren. Auch in Deutschland gehen viele Flüchtlingskinder nicht zur Schule und leiden immer mehr Familien unter Armut.
Betroffenheit reicht nicht

Darüber wissen auch die Vier des Kinderrechts-Teams schon recht gut Bescheid. Jan haben die Bilder von kleinen Landminenopfern besonders betroffen gemacht und Ruben macht es zu schaffen, dass es Kinder gibt, die auf Müllkippen leben. Aber nur betroffen sein reicht den Teammitgliedern nicht, sie wollen sich engagieren, damit solche Zustände verändert werden. "Ich glaube, wenn Kinder auf solche Dinge aufmerksam machen, hat das mehr Wirkung, als wenn Erwachsene das tun. Dabei ist das Geld nicht so wichtig, sondern dass die Politiker es mitbekommen", erklärt Ruben.

Er ist durch seine Schwester Selma auf die Idee gekommen, das Kinderrechts-Team mit zu gründen. Die Abiturientin hat im Sommer ein Praktikum in der "terre des hommes"-Zentrale in Osnabrück absolviert und die Idee mit in die Aachener Gruppe gebracht.

Solche Kinderteams gibt es bereits seit vier Jahren in mehreren deutschen Städten. Sie werden von "terre des hommes" mit reichlich Infomaterial, Vorschlägen, Checklisten und einer eigenen Zeitung beliefert. Außerdem gehört zu jeder Gruppe ein Erwachsener als Begleitperson. In Aachen wird Selma Haupt die Kinder beim Einholen von Genehmigungen unterstützen, Spenden weiterleiten und ihnen natürlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Öffentlichkeit aufrütteln

Doch die Ideen und die Aufgabenverteilung sollten die Kinder schon selber liefern. So werden sich die Vier als erstes einen Namen für ihr Team ausdenken, damit sie unverwechselbar sind, einen festen Rhythmus für ihre Treffen festlegen und die ersten Aktionen planen. Dafür können sie noch Unterstützung gebrauchen, auch weibliche. Die Gruppe ist jedenfalls wild entschlossen, das Thema Kinderrechte in die Öffentlichkeit zu bringen. Damit in Zukunft niemand mehr eine Weltreise braucht, um Bescheid zu wissen.


Zum Thema:

Kontakt: "terre des hommes", Kinderrechts-Team, Selma Haupt, Karl Friedrichstraße 5a, 52072 Aachen, Telefon 0241 172853.
Mehr dazu: www.tdh-aachen.de