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Aachen: „Kids on Tour” bei Bahnhofsmission ein Renner

Aachen : „Kids on Tour” bei Bahnhofsmission ein Renner

Das Betreuungsangebot für alleinreisende Kinder „Kids on Tour” hat sich nach Angaben der Bahnhofsmission zum „Renner” entwickelt. „Der Bedarf ist viel höher als wir abdecken können”, sagte die Bundesgeschäftsführerin der Bahnhofsmission, Eva Ziebertz, am Samstag in Aachen.

Das Angebot werde zu 70 Prozent von Kindern aus geschiedenen Ehen genutzt. Viele seien „Dauergäste”, die alle 14 Tage Mutter oder Vater besuchten. Das Angebot in Kooperation mit der Deutschen Bahn richte sich an Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, die sonst alleine unterwegs wären.

„Wir hatten viel Ärger mit alleinreisenden Kindern. Wenn sie den Anschlusszug nicht bekamen, standen sie auf dem Bahnsteig und haben geweint. Sie waren gar nicht mehr zu beruhigen”, sagte Ziebertz am bundesweiten Tag der Bahnhofsmission 2007 unter dem Motto „Jeder zählt. Ehrenamt in der Bahnhofsmission”.

Die Jüngsten waren sechs Jahre alt. Den vor vier Jahren gestarteten „Begleitservice” biete die Bahnhofsmission mittlerweile auf allen deutschen ICE-Strecken an. Ehrenamtliche Helfer begleiten die Kinder in den Zügen und steigen mit ihnen um. Die Eltern bezahlen dafür 25 Euro ohne und 35 Euro mit Umsteigen.

„Wenn wir eine neue Strecke dazunehmen, dauert es ein Jahr, dann sind wir ausgebucht”, sagt Zieberts. Das Geld komme der Arbeit der Bahnhofsmission zugute, die von den beiden großen Kirchen getragen wird. In den letzten drei Jahren habe die Einrichtung sehr unter dem Einbruch der Kirchensteuer gelitten. Missionen hätten schließen müssen. Bundesweit gibt es 2000 ehrenamtliche Helfer und 200 Beschäftigte.

Zur Bahnhofsmission könne jeder kommen, der Hilfe brauche. Darunter seien auch Erste-Klasse-Reisende, die bestohlen worden seien und plötzlich ohne Geld, EC-Karte und Ausweis in einer fremden Stadt stünden.