1. Kultur

Bonn: Keltologen tagen in Bonn: „Keltisches in jedem Provinzmuseum”

Bonn : Keltologen tagen in Bonn: „Keltisches in jedem Provinzmuseum”

Wer sich für die Kelten interessiert, für den führt in diesem Jahr kein Weg an Bonn vorbei. „Krieg und Frieden - Kelten, Römer und Germanen”, ist der Titel einer groß angelegten Ausstellung im Bonner Rheinischen Landesmuseum.

Konzipiert wurde sie in Zusammenarbeit mit dem 13. Internationalen Keltologenkongress, zu dem vom 23. bis 27. Juli mehr als 500 Wissenschaftler aus aller Welt in Bonn erwartet werden. Das Gipfeltreffen der Kelten-Experten findet erstmals in Deutschland statt und steht unter dem Motto: „Die Kelten am Rhein”.

„Der rheinische Raum war von den Kelten besiedelt. Das war einer der Gründe, warum wir das Motto gewählt haben”, sagt Stefan Zimmer, Professor für vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft und Keltologie an der Universität Bonn und Organisator des Kongresses. Das Thema solle die Kelten von der frühesten Vorgeschichte bis in die Gegenwart einbeziehen. „Das Keltische ist ja hier in jedem Provinzmuseum zu finden”, sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Bei den Kelten handelt es sich um Kulturgruppen aus der Eisenzeit in Europa, die verwandte Sprachen hatten aber kein geschlossenes Volk bildeten. Viele Zeugnisse der Kelten finden sich auch im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. Schon der Ortsname sei ein Indiz, sagte Zimmer. Bonn sei ein keltisches Wort und bedeute so viel wie „feste Grundlage”. „Also wahrscheinlich war das ein Ort, auf dem man siedeln konnte im Gegensatz zum Sumpf rundherum.”

Eine lange Tradition hat in Bonn aber auch die Keltologie, also die wissenschaftliche Betrachtung von Sprache und Geschichte der Kelten. „Seit 1913 gibt es hier eine sehr intensive keltologische Forschung”, sagt Zimmer.

Die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse werden von einem internationalen Komitee vergeben, dem führende Keltologen angehören. Sie wurden nach Angaben Zimmers nach dem Zweiten Weltkrieg von irischen Gelehrten begründet.

Gewöhnlich findet dieses „Gipfeltreffen” in den keltischen Ländern, also Irland, Wales und Schottland statt, ab und zu aber auch auf dem Kontinent, wie etwa 1991 in Paris oder 1971 in Rennes.

Neben einer großen Zahl wissenschaftlicher Vorträge und Veranstaltungen bietet der Kongress auch ein umfangreiches Rahmenprogramm für die Öffentlichkeit das etwa Autorenlesungen und Konzerte umfasst.