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Keine Angst vorm Bienenstich

Keine Angst vorm Bienenstich

Euregio (an-o/pmg) - Die Angst vor einem Bienen- oder Wespenstich ist bei vielen Menschen groß. Doch wer einige Tipps und Hinweise beherzigt, kann sein Wissen über die schützenswerten Insekten steigern und damit die Gefahr eines Stiches verringern. Tipps vom Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung der Stadt Mönchengladbach.

Wer von Bienen spricht, meint in der Regel die allseits bekannte Honigbiene. Daneben kommen in Deutschland noch 446 verschiedene Wildbienenarten vor, von denen 136 vom Aussterben bedroht sind. Bienen sorgen nicht nur für den Honig auf unserem Frühstücksbrot, sondern vor allem für die Fortpflanzung vieler Pflanzen. Der heimische Obstanbau und etwa 3.000 Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Honigbienen und zahlreiche Wildbienenarten haben im ökologischen Haushalt eine große Bedeutung.

Die meisten Wildbienen leben im Gegensatz zur Honigbiene nicht in Staaten, sondern legen ihre Eier in selbst gegrabenen oder fertigen Niströhren ab. Ihre "ökologische Tätigkeit" ist allerdings nur dann möglich, wenn sie geeignete Nistplätze haben, wie etwa Lehmwände, Löcher im Verputz oder Mauerfugen. Staatenbildende wilde Honigbienen bevorzugen Baumhöhlen als Neststandort und leben dort im Gegensatz zu Wildbienen und Wespen mehrere Jahre.

Ein Bienenstich ist zwar schmerzhaft, aber ungefährlich, sofern das "Opfer" nicht auf Insektenstiche allergisch reagiert. Zu einem Stich kommt es nur, wenn eine Biene gequetscht wird oder wenn sie das Nest bedroht sieht. Fliegt eine Biene unter die Kleidung, sollt man warten bis sie wieder hervorkommt. Ein Tipp der Umweltexperten: "Tolerieren Sie das Nest, gehen Sie nicht zu nah heran und berühren Sie es nicht."

Alle Bienenarten stehen unter Naturschutz, und ein Nest darf nur in einer Notfallage entfernt werden. Manche Imker erklären sich bereit, je nach Situation ein Bienennest zu versetzen

Wespen gelten als stechlustig und unberechenbar. "Das Nest muß weg, egal wie!" heißt es häufig, wenn ein Wespenvolk sich in der Nähe bewohnter Räume eingenistet hat. Doch die Vernichtung eines Nestes mit Pestiziden bringt gleichzeitig eine Umweltbelastung mit sich.

Einige der Wespen sind gefährdet und stehen unter Naturschutz, z.B. die Hornisse und die Mittlere Wespe. Die staatenbildende Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe sind hierzulande häufig und stehen nicht unter Naturschutz, doch auch sie sollten aufgrund ihrer Funktion im Ökosystem nicht bekämpft werden. Wespen sind nützlich, indem sie Parasiten wie Blattläuse, Raupen und andere Insekten fressen.

Die Arbeiterinnen eines "Staates" entwickeln sich im Sommer und versorgen die Königin und den Nachwuchs. Die Wespen verteidigen dann ihr Nest. Tolerieren Sie ein Nest in Ihrem Garten und gehen Sie nicht zu nah heran. Anders als Bienenvölker besteht ein Wespenvolk nur einen Sommer lang. Im Herbst sterben alle Nestbewohner bis auf die Königin aus, die im Frühjahr ein neues Volk an einem anderen Ort gründet. Dann können gegebenenfalls die Nester gefahrlos entfernt oder die Zugänge verschlossen werden.

Die hier übliche Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe sind für den Menschen nicht gefährlich, sondern höchstens lästig. Die Arbeiterinnen ernähren sich im Spätsommer von Zucker und gesellen sich dann gerne zum Menschen an den Kaffeetisch. "Am besten decken Sie Nahrungsmittel ab, deren Geruch die Insekten anlocken. Sie können die Tiere ablenken, indem Sie in der Nähe eine Flasche mit etwas süßer Flüssigkeit aufstellen," rat der Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung.

Wespen sind nicht aggressiv und stechen nur, wenn sie bedroht werden oder nicht flüchten können. Mit ruhigen, wedelnden Bewegungen können sie vertrieben werden. Fliegt eine Wespe unter die Kleidung, sollten hektische Bewegungen vermieden werden. Ein Wespenstich ist zwar schmerzhaft, aber ungefährlich, sofern keine Insektenstichallergie vorliegt. Übrigens: Auch der Stich der drei bis vier Zentimeter langen Wespenart Hornisse ist nicht giftiger als ein Bienenstich.

Die Vernichtung eines Nestes von artgeschützten Wespen ist nur im Notfall zu rechtfertigen und bedarf einer Genehmigung durch die Untere Landschaftsbehörde. Weitere Informationen über Bienen, Wespen, Nisthilfen und Verhaltenstipps erhalten Sie im Umweltladen auf der Limitenstr.48 in Rheydt und am Umwelttelefon 02161 252222.