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Siegen: Kein Schadenersatz für tote Olympia-Taube

Siegen : Kein Schadenersatz für tote Olympia-Taube

Nach dem tragischen Tod seiner Sieger-Taube durch den Angriff einer Katze ist ein Brieftaubenzüchter mit einer Schadensersatzklage vor dem Siegener Landgericht gescheitert.

Das Gericht wies am Donnerstag die Klage auf Zahlung von 34.000 Euro gegen eine Katzenhalterin aus der Nachbarschaft des Mannes im siegerländischen Wenden ab.

Die wertvolle Taube war im März an einem Genickbruch gestorben: Sie war in Panik gegen einen Draht geflogen, nachdem eine Katze auf ihre Voliere gesprungen war.

Es sei nicht erwiesen, dass der Kater der beklagten Frau für den Tod des Tieres verantwortlich sei, machte das Gericht deutlich. Es habe sich herausgestellt, dass es in der Nachbarschaft des Brieftaubenzüchters mehrere Katzen gebe, die dem Kater ähnlich sind.

Deshalb hatte sich das Gericht nicht damit beschäftigt, ob die Halterin zum Schadensersatz verpflichtet ist. Es sei auch nicht geprüft worden, ob der Anspruch in seiner Höhe gerechtfertigt sei, teilte das Gericht mit.

Die Taube des Mannes hatte zahlreiche Preise errungen, unter anderen auch einen Olympia-Sieg im Jahr 2003.

Der Kläger hatte den Vorfall in den Morgenstunden mit eigenen Augen
mitbekommen. Nachdem eine Katze auf das Dach des Freiflug-Geheges gesprungen war, sei die Taube in Panik herumgeflattert. Allerdings hatte der Mann nur „eine schnell davon flitzende Katze” gesehen.

Das Gericht ging davon aus, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Mannes durch den Schreck eingeschränkt gewesen ist.

Der Züchter hatte das tote Tier nach dem Vorfall in seine Tiefkühltruhe gelegt und später obduzieren lassen. Dabei wurde festgestellt, dass die Taube nicht durch einen Schock ums Leben kam, sondern an einem Draht der Voliere einen Genickbruch erlitt. (LG Siegen 5 O 31/05)