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Essen: KarstadtQuelle wird umgekrempelt

Essen : KarstadtQuelle wird umgekrempelt

Die KarstadtQuelle AG, Essen, krempelt den Handelskonzern um. Jeder Dritte der 100.000 Beschäftigten muss um seine Zukunft bangen.

Das 181 Karstadt-Warenhäuser umfassende Filialnetz wird halbiert. Lediglich 89 citynahen Warenhäusern räumt Konzernchef Christoph Achenbach einen Platz unter dem Konzern-Dach ein.

77 kleinere Karstadt-Filialen mit rund 4200 Beschäftigen, darunter die in Eschweiler und Hückelhoven, sollen verkauft werden. Ebenfalls trennen wird sich der Traditionskonzern von der Modekette Wehmeyer, Aachen, mit bundesweit 59 Filialen, 1300 Mitarbeitern und 190 Millionen Euro Umsatz.

Wehmeyer leidet mit seinem höherpreisigen Sortiment besonders unter der hartnäckigen Konsumflaute. „Die wirtschaftliche Situation zwingt uns zu den tiefsten Einschnitten, denen sich KarstadtQuelle jemals unterziehen musste”, sagte Achenbach. Es werde betriebsbedingte Kündigungen geben. Nach Berechnungen der Gewerkschaft Ver.di sind 30.000 der rund 100.000 Beschäftigten direkt oder indirekt betroffen. Zu den von der Streichung bedrohten rund 10.000 Stellen müssten rund 20.000 Beschäftigte mit Konsequenzen aus Ausgliederung oder Umstrukturierung rechnen.

Élegance bleibt bei Karstadt

Karstadt Quelle will sich neben Wehmeyer außerdem von den Fachgeschäftsketten SinnLeffers, Runners Point und Golf House trennen, die teilweise Filialen in Aachen unterhalten. Unter dem Karstadt-Dach bleibt der Modegroßhändler und Boutiquen-Betreiber Elégance Rolf Offergelt GmbH, Aachen, mit gut 80 Millionen Euro Umsatz und 220 Mitarbeitern am Stammsitz.

Der Sanierungsplan kostet laut Achenbach 1,37 Milliarden Euro. Durch Verkäufe von Unternehmensteilen sollen 1,1 Milliarden Euro in die Kasse kommen. Zudem soll eine Kapitalerhöhung 500 Millionen Euro einbringen.