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Aachen: Kammerkonzert: Kostbare Miniaturen

Aachen : Kammerkonzert: Kostbare Miniaturen

Das Kammerkonzert im Spiegelfoyer des Aachener Theaters, das am Montag um 20 Uhr wiederholt wird, lockte mit der interessantesten Werkfolge der zu Ende gehenden Saison. Zugleich präsentierte sich die scheidende Konzertmeisterin Sabine Gabbe zum letzten Mal auf dem Aachener Kammermusikpodium, und von ihr durfte man sich besondere künstlerische Impulse erhoffen.

Darin enttäuschte die Geigerin auch nicht, wobei sie sich noch Verstärkung durch ihre Schwester Isabel, eine exquisite Pianistin, holte, die zugleich charmant und informativ durch das Programm führte. Dritter im Bunde war der bestens bekannte Solo-Hornist der Aachener Sinfoniker, der Amerikaner Michael Roberts.

Die Literatur für diese Formation ist zwar nicht üppig gesät, dafür aber qualitativ hochwertig. An Brahms kommt man da nicht vorbei, der 120 Jahre später György Ligeti zu einem der ambitioniertesten Kammermusikwerke des 20. Jahrhunderts inspirierte. Die Ligeti-Interpretation war ein Ereignis. Hellwach und klanglich differenziert loteten die drei den Ausdrucksgehalt der Musik aus und ließen die komplizierte und detailreiche Konstruktion des Stücks, aber auch die spieltechnischen Schwierigkeiten weitgehend vergessen.

Auch die Darstellung des Brahms-Trios erklang so lebendig phrasiert und klangschön, wie man es nicht immer von den Kammerkonzerten gewohnt ist. Das glänzende Zusammenspiel der Geschwister hielt auch die heikle Balance zwischen Klavier und Melodieinstrumenten im Lot. Ein Umfeld, in dem der Hornist seine Kantilenen fast schwerelos entfalten konnte.

Mit einer kleinen Rarität begann das Programm: Vier kleine Stücke des Franzosen Charles Koechlin entpuppten sich als kostbare Miniaturen von impressionistischer Zartheit und funkelnder Farbigkeit. Eins der besten Kammerkonzerte seit langem.