Aachen: Kammerchor der Musikhochschule und Solisten begeistern beim „Requiem“

Aachen : Kammerchor der Musikhochschule und Solisten begeistern beim „Requiem“

Es war zu bescheiden, den beachtlichen Auftritt des Kammerchors der Kölner Musikhochschule als Lunchtime-Konzert zu ungünstiger Uhrzeit mit wenig Werbeaufwand zu verstecken. Dennoch füllten sich die Stühle in der Aachener Nikolauskirche, als die Studenten mit einer beeindruckenden Aufführung von Johannes Brahms’ „Deutschem Requiem“ begeisterten.

Auf besonderes Interesse stieß dabei auch das Dirigat des frisch berufenen Professors für Chorleitung, Peter Dijkstra, der sich einen glänzenden Namen als Dirigent erworben hat.Der etwa 40-köpfige Kammerchor verfügt über exzellente Stimmen und verwöhnte mit allen Tugenden guten Chorgesangs: klangliche Ausgewogenheit und Transparenz, Textverständlichkeit, rhythmische Flexibilität, Ausdrucksstärke und Intonationsreinheit, an die der einleitende A-cappella-Gesang „Libera me“ der slowenischen Komponistin Nana Forte besondere Ansprüche stellte.

Auch wenn die hallige Akustik die Verständigung unter den Sängern nicht erleichterte und die diffizilen Clustertechniken des schwierigen Werks anfänglich zu kleinen Intonationstrübungen führten, waren derartige Unsicherheiten schnell vergessen.

Selten zu hörende Bearbeitung

Spätestens mit dem Hauptwerk des Konzerts, dem „Requiem“ von Brahms, das in einer selten zu hörenden Bearbeitung von Joachim Linckelmann für Kammerchor und kleines Instrumentalensemble mit fünf Streichern, einfach besetztem Holz und Pauke vorgestellt wurde. Eine verblüffend schlichte Besetzung, die sich in der Nikolauskirche vorteilhaft auswirkte. Der Klang geriet nie außer Kontrolle , und die Transparenz wurde weitgehend bewahrt. Allerdings würde eine mäßige Aufstockung des Streicherapparats manche Unausgewogenheit zwischen Chor und Instrumentalensemble auffangen können. Doch der kleine Bläserapparat ohne Trompeten und Posaunen reichte völlig aus.

Dijkstra schlug meist sehr rasante Tempi an, die die jungen Musiker glänzend bewältigten. Der spirituelle Gehalt des Werks kam trotzdem nicht zu kurz. Vor allem der ergreifende Schlusssatz gefiel durch klangliche Zartheit und konzentrierte Inspiration. Und die beiden studentischen Solisten, die Sopranistin Haram Lyu und der Bariton Yongsuk You, lösten ihre Aufgaben so überragend, dass sie sich bedenkenlos in prominent besetzten Aufführungen behaupten könnten. Ein Konzert, das zeigte, dass es uns an qualitativ hochwertigem musikalischem Nachwuchs nicht fehlt.

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