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Würselen: Kabarettistisches Menü nach vertrautem Rezept

Würselen : Kabarettistisches Menü nach vertrautem Rezept

Karneval im Sommer? Oder sogar Ganzjahreskarneval? „Das fragen manche Leute ganz erschrocken, wenn sie von unserer Tour hören”, sagt Kabarettist Didi Jünemann. „Aber hier ist uns wirklich etwas Neues gelungen, und das macht richtig Spaß.”

Wenn er zusammen mit den 13 anderen aktuellen und ehemaligen Ensemblemitgliedern der Kölner Stunksitzung sowie mit dem Musikerduo Purple Schulz und Josef Piek am Donnerstag, 6. September, 19.30 Uhr, unter dem Motto „Stunk Unplugged” auf die Bühne von Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg kommt, wird man gemeinsam ein gutgelaunt Bilanz ziehen - 23 Jahre Stunksitzung, das sind auch 23 Jahre politische Satire, scharfe Beobachtung und professionelle Respektlosigkeit.

„Die Idee zu einem besonderen Programm haben wir entwickelt, als es darum ging, 20 Jahre zu feiern”, erzählt Jünemann. „Damals haben wir mal zusammengetragen, was für uns die besten Sketche oder Szenen waren, und das waren viel zu viele für einen einzigen Abend.”

So koppelte man das rein kabarettistische Potenzial aus - und fertig war ein neues „Menü”, das Akteuren wie Publikum bestens schmeckte.

Reiner Rübhausen

Bei „Stunk Unplugged” wird Reiner Rübhausen, der ehemalige Stunk-Sitzungspräsident, die Moderation übernehmen. „Das macht er prima, und die Leute verstehen sofort, worum es jeweils geht”, lobt ihn Jünemann, denn gerade bei Szenen, die auf politische Ereignisse - bundesweit oder Köln-spezifisch - anspielen, sind Anlass und Zeitumstände wichtig.

Jünemann nennt es „Gruppenkabarett”, was sich hier abspielt. „Der offizielle Gag-Lieferant bleibt natürlich auch bei dieser Veranstaltung der Karneval mit seinen Prunksitzungen”, verteidigt der Kabarettist die Stunk-Wurzeln und hat jetzt bereits eine „Ansage” für das morgige Burgpublikum: „Es wird geschunkelt!”

Gibt es kein Problem durch den Wechsel von der Saal-Atmosphäre zur frischen Open-Air-Luft? „Ich kenne die Bühne, da war ich schon mit Jürgen Becker und der ,Frühstückspause”, unserem gemeinsamen Programm”, erzählt Jünemann. „Da funktioniert auch Kabarett.”

Und nur aus der Vergangenheit wird das Ensemble nicht schöpfen. So ist Jünemann persönlich mit zwei modernisierten Lieblingssketchen dabei. „Einer spielt im Südflügel des Kölner Doms”, verrät er.

„Natürlich unter dem neuen Richter-Fenster, das Kardinal Meisner nicht mag.” Um ein Beispiel für „Joint-Venture” zu geben, werden die Parallelen zu Dombesuch und Fußballstadion „erarbeitet”.

„In der zweiten Szenen spielen wir Simon & Garfunkel, aber sozusagen als kleine Lichter aus der Kölner Vorstadt.” Der Begriff „unplugged” hat übrigens mit der Musik zu tun. „Wir haben kein Stunk-Orchester, dafür zwei tolle Musiker, die stolz darauf sind ,unplugged zu spielen.”

Was dieses Programm und die „richtige” Stunk-Sitzung verbindet: „Ein tolles Team aus Leuten, die all die Jahre dabei waren”, schwärmt Jünemann. „Wir kennen uns gut, und wir haben noch immer den größten Spaß miteinander.” Und das gleichfalls bei der Arbeit am kommenden „Stunk”, denn wenn das Ensemble nach Würselen kommt, hat es gerade eine Arbeitstagung im Westerwald hinter sich, wo neue Ideen gesammelt und diskutiert wurden.