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Aachen: Jülicher Brandstifter soll lebenslang büßen

Aachen : Jülicher Brandstifter soll lebenslang büßen

Im Mordprozess gegen einen ehemaligen Jülicher Feuerwehrmann hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe gefordert.

Der 32-Jährige habe bei der Brandstiftung in einem Jülicher Wohnhaus den Tod der sechs Menschen in Kauf genommen, um seinen Frust abzubauen, sagte Staatsanwalt Ralf Bücker am Montag in seinem Plädoyer. Der Angeklagte sei der schweren Brandstiftung in Tateinheit mit Mord schuldig.

Unter Tränen entschuldigte sich der Ex-Feuerwehrmann in seinem Schlusswort bei den Familien der Opfer. Das Urteil wird nächsten Donnerstag (22.7.) gesprochen.

Besondere Schwere der Schuld

Bei dem Brand vor acht Monaten waren eine fünfköpfige Familie und eine 82-jährige Frau erstickt. Die Nebenklage, die Angehörige der Opfer vertritt, forderte vor dem Aachener Schwurgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Damit wäre eine spätere Haftentlassung auf Bewährung erschwert.

Die Verteidigung plädierte auf schwere Brandstiftung mit Todesfolge und forderte 15 Jahre Haft. Sein Mandant habe nicht vorsätzlich gehandelt, sondern fahrlässig, sagte Anwalt Ulrich Kahlenborn.

Der Staatsanwalt betonte dagegen, der Angeklagte habe heimtückisch nachts das Feuer gelegt, als die Bewohner arglos schliefen. Mit der Tat habe er seine Familie und die der Opfer ins Unglück gestürzt. Bücker: „Wo man hinsieht, Leid und Trauer auf allen Seiten.”