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Düren: Jazz-Topstars geben sich ein Stelldichein

Düren : Jazz-Topstars geben sich ein Stelldichein

Dass ihnen vom Jazzclub Düren in jedem Jahr ein Topstar der Szene zum Nulltarif präsentiert wird, wissen die Musikfans der Region seit langem.

Doch bei der 14. Auflage der Dürener Jazztage (7. bis 11. Juli) weichen die Organisatoren von ihrer Linie ab.

Für ihr Festival haben sie diesmal gleich zwei Vertreter der ersten Garde unter Vertrag genommen: den schwedischen Posaunisten Nils Landgren mit seiner Funk Unit und die österreichische Keyboard-Legende Joe Zawinul, der einst mit Weather Report den Jazzrock zelebrierte.

Nun ist es nicht so, dass über Düren ein Geldschauer herniedergegangen wäre. Nur dem Verhandlungsgeschick des Jazzclubs ist es zu verdanken, dass bei gleichbleibendem Etat zwei Topstars präsentiert werden können.

Dabei hat Nils Landgren, der am Jazztagefreitag, 9. Juli (19 Uhr), auf der Kaiserplatzbühne vor dem Rathaus steht, momentan das für größeres Aufsehen sorgende Projekt.

Hinter dem Titel „Funky ABBA” verbirgt sich der geglückte Versuch, die Welthits der schwedischen Pop-Hereon mit groovenden Rhythmen und Jazzfeeling zu interpretieren.

Landgren, der in jungen Jahren schon mit ABBA im Studio war, schoss mit seinem neuen Album auf Platz 3 der Jazzcharts. Jetzt fiebern die Fans seiner Tour entgegen, auf der Düren eine der ersten Stationen ist.

Joe Zawinul zählte in den 70er- und frühen 80er Jahren mit seinen Weather-Report-Kollegen wie Wayne Shorter oder Jaco Pastorius zur Créme de la créme der Fusion-Szene.

Die Band hat bis heute eine riesige Fangemeinde und sammelte Musikpreise en masse. Seit den 90er Jahren tourt der Keyboarder mit seinem eigenen Projekt, dem Joe Zawinul Syndicate. 2002 gewann er mit dieser Formation den „First International Jazz Award”.

In Düren soll sein Konzert am Sonntag, 11. Juli (19 Uhr), der krönende Festivalabschluss werden.

Swingend starten die 14. Dürener Jazztage am Mittwoch, 7. Juli, um 18 Uhr. Auf dem Gelände des Dürener Service Betriebs (Paradiesstraße) treten Big Mama, Posaunist Joe Wulf & The Gentleman of Swing auf.

Tags darauf ist der Garten der Dresdner Bank (Schützenstraße) ab 19 Uhr Treffpunkt der Jazzfans. Zu hören sind dort die niederländische Blues- und Boogie-Woogie-Pianistin Anke Angel und das Willy Ketzer Trio mit Soulsängerin Deborah Woodson.

Der Samstag steht nach den Kaiserplatz-Auftritten der Flash Point Bigband (Stadt Heerlen) und der Big Bandits Bigband (Stadt Alsdorf) - ab 18 Uhr - wieder im Zeichen der Kneipentour, die zum größten Teil von ambitionierten Gruppen aus der Region und dem benachbarten Ausland bestritten wird.

Die beste von ihnen erhält erstmals den Jazzeuregiopreis.

Neu beim Dürener Festival ist nicht nur der Jazzeuregiopreis. Erstmals wird es auch eine Jazzparade geben, die nach Aussage der Organisatoren vom Start weg die größte Europas sein wird.

Am Sonntag, 11. Juli, startet der Zug durch die Innenstadt mit 15 Livebands auf 13 geschmückten Trucks.

Unter den etwa 500 Teilnehmern sind auch zwei Marching Bands und Tanzgruppen wie die „Umbrella Swing Ladies”.