1. Kultur

Theux: „Jardins en Pays de Liege”: Privatleute öffnen ihre Gärten

Theux : „Jardins en Pays de Liege”: Privatleute öffnen ihre Gärten

Marc Leclerq ist in seinem Element: Er steht in seinem Garten und macht auf versteckte Blüten aufmerksam, fachsimpelt mit den Besuchern und erläutert seine Pläne für eine neue Sitzecke. Einen sonnigen Platz am Ende des Grundstücks hat er dafür vorgesehen.

Bis Pfingsten werden die Pflasterer fertig sein. Dann wird der Garten südlich von Verviers im Rahmen der Aktion „Jardins en Pays de Liege” zu besichtigen sein.

„Das fing mit einer Gruppe von Freunden schöner Gärten an, die einen Verein unterstützen wollte, der sich um behinderte Kinder kümmert”, blickt Christine Albert auf die Anfänge zurück. Mittlerweile haben die ausgesuchten Wochenenden von April bis Oktober einen festen Platz in den Kalendern vieler Pflanzenfreunde. Insgesamt 21 private „Gärten im Lütticher Land” sind an festgelegten Terminen zu besichtigen.

Die Eintrittsgelder und Einnahmen aus dem Verkauf von Stauden oder Kaffee und Kuchen gehen direkt an den Verein „Enfants d´un meme pere”. Diese ebenfalls private Initiative nimmt behinderte Kinder kurzfristig auf, um den Familien etwas Zeit zur Erholung oder einen Urlaub mit den Geschwisterkindern zu ermöglichen. Noch müssen die Verantwortlichen ohne staatliche Unterstützung auskommen und sind dankbar für Spenden-Aktionen.

Die Idee, den eigenen Garten fremden Besuchern zu präsentieren, stammt aus England und findet zurzeit auch auf dem Kontinent immer mehr Nachahmer. In Belgien spielten die Flamen die Vorreiter, die jetzt mit der Gruppe aus der Provinz Lüttich Gleichgesinnte gefunden haben. Ein Blick in das Programmheft für den Sommer 2007 zeigt, dass es hier genügend Leute mit einem grünen Daumen und schönem Grundstück gibt, bei denen man bisher nur verstohlen über den Zaum linsen konnte.

Seit 27 Jahren

Am Pfingstwochenende öffnen sich gleich bei vier Adressen die Gartentore. Dahinter warten dann die meist französischsprachigen Besitzer auf Fragen und anregende Fachgespräche. Wer zu Marc Leclerq aufbricht, kann sich auf einen liebevoll gestalteten Garten freuen, in dem es jede Menge Dinge zu entdecken gibt.

Der Banker widmet sich seit 27 Jahren seinem Hobby. Dabei ergänzte er den 1200 Quadratmeter großen Grund nach und nach mit Beeten und Staudeninseln. Die mittlerweile recht großen Bäume, zu denen auch eine imposante Trauerweide gehört, legten dem Gärtner nahe, sich vor allem mit Schattenpflanzen zu beschäftigen. So ranken unter vielen Büschen und Bäumen unterschiedliche Clematissorten, die jetzt alle nach und nach ihre Blüten entwickeln.

An lichteren Standorten strahlen die Rhododendren mit den Azaleen um die Wette. Dazwischen lenken beispielsweise gelbe Pfingstrosen, die beinahe schwarzen Halme des Schlangenbarts oder verschiedene Funkien mit ihren frischen Blättern in allen möglichen Grüntönen die Blicke auf sich. Immer wieder bleibt Marc Leclerq stehen und weist auf eine versteckte Blüte oder die verheißungsvolle Knospe eines Feuerkolbens hin. In der Wasseroberfläche spiegeln sich die filigranen Blätter des dunklen Japanischen Ahorns.

Da die Besuchstermine meist sehr gut wahrgenommen werden, rechnet der ambitionierte Hobbygärtner damit, dass sein Rasen etwas unter dem Ansturm leiden wird. Aber Angst um seine Pflanzen hat er nicht: „Das sind alles Gartenliebhaber, die sind sehr diszipliniert.”

Aktion dauert noch bis zum Oktober

Alle Termine, Adressen, Bilder und Beschreibungen der Gärten, die bis Oktober im Rahmen der Aktion „Jardins en Pays de Liege” zu besichtigen sind, stehen unter: http://www.jardinsenpaysdeliege.be

Am 26. und 27. Mai öffnen vier Gärten in Herstal, Neupré, Jehanster und Esneux von 10 bis 18 Uhr für Besucher. Der Eintritt beträgt 3 Euro (Kinder bis 12 Jahre frei).

Die Familie Leclerq wohnt in der Rue F.X. Simonis 10, Jehanster bei Theux (Wegbeschreibung auf der Homepage).

„Jardins en Pays de Liege”, Rue des deux Èglise 28, 4120 Neupré, Telefon 0032- 043 71 49 59; Mail-Adresse: mailto:info@jardinsenpaysdeliege.be