1. Kultur

München/Aachen: Ist die RWTH bald eine von zehn Elite-Unis?

München/Aachen : Ist die RWTH bald eine von zehn Elite-Unis?

Die RWTH Aachen soll eine von zehn Elite-Unis in Deutschland werden. Das geht aus nach einem Bericht des Münchener Nachrichtenmagazin „Focus” aus einer vertraulichen Einschätzung der Bildungsstaatssekretäre aller Bundesländer hervor.

Allein sechs von der zehn Spitzenuniversitäten sollen demnach in Bayern und Baden-Württemberg liegen.

Überraschend zählt dem Bericht zufolge auch die Universität Bremen zum Favoritenkreis. Die einstige linke Kaderschmiede habe sich zu einer exzellenten Adresse gerade für Naturwissenschaftler und Ingenieure entwickelt, hieß es. Die zehn Elite-Unis sollen ab dem Jahr 2006 mit 1,9 Milliarden Euro gefördert werden, pro Jahr also rund 380 Millionen Euro. Der Bund übernimmt dabei 75 Prozent (285 Millionen Euro jährlich). Die Länder müssen die restlichen 95 Millionen aufbringen.

Jury entscheidet 2005

Die Staatssekretäre hatten dem Bericht zufolge die Liste Mitte November am Rande der Tagung des Wissenschaftsrates in Hamburg erstellt. Wichtige Kriterien bei der Auswahl waren laut „Focus” das Abschneiden bei diversen Uni-Rankings, das Einwerben von Forschungsgeldern sowie die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Die Entscheidung über die endgültigen Standorte soll eine Expertenjury im nächsten Jahr fällen.

Bundesforschungsministerium Edelgard Bulmahn (SPD) hatte zuletzt mehrfach auf eine schnelle Einigung gedrungen. Ob die geplanten Millionen aber wirklich an die künftigen zehn Elite-Unis fließen, ist jedoch noch offen. Die Ministerpräsidenten müssten erst noch auf ihrem Treffen Mitte Dezember der gemeinsamen Initiative von Bundesregierung und Ländern zustimmen. Die Vorbesprechung der Staatskanzlei-Chefs in Berlin endete aber ohne Einigung. Das Thema sei erörtert worden, heißt es dazu lediglich im Protokoll.

Vor allem Länder wie Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, in denen keine der Spitzenuniversitäten liegen solle, drohten damit, das Prestige-Projekt im letzten Moment zu kippen. Sie wollten verschiedene Fachbereiche flächendeckend fördern, nicht einzelne Universitäten.