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Bonn: Invasion der Wildschweine alarmiert Jäger

Bonn : Invasion der Wildschweine alarmiert Jäger

Ausgedehnte Maisfelder locken immer mehr Wildschweine an. Wie ein Magnet ziehe die Feldfrucht die Tiere an und trage zu deren rasanter Vermehrung in Mitteleuropa bei, teilte der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) am Montag in Bonn mit.

Monokulturen mit Mais auf mehr als 100 Hektar Fläche seien keine Seltenheit mehr und verdrängten die traditionell kleinteiligen Felder, erklärte DJV-Präsident Jochen Borchert. Zur so genannten Milchreife im August verlagerten ganze Wildschwein-Großfamilien ihren Lebensraum in die riesigen Felder. Die Maiskörner seien dann noch weich und besonders wasserhaltig - „ein Schlaraffenland für Schwarzkittel”.

Die Jäger sind laut DJV jetzt Tag und Nacht aktiv, um Mais vor Wildschäden zu schützen. In Absprache mit den Landwirten ziehen sie Elektrozäune oder setzen Duftstoffe zur Abwehr der Wildschweine ein. Für Schäden, die über Nacht leicht 1000 Euro pro Feld erreichen könnten, müssten meist die Jäger aufkommen. Borchert appellierte an die Landwirte, große Mais-Monokulturen durch Schneisen aufzuteilen. Dies mache eine effektive Schadensabwehr möglich.