Aachen: Internationale Konferenz „Kuba, quo vadis?“ im Aachener Ludwig Forum

Aachen : Internationale Konferenz „Kuba, quo vadis?“ im Aachener Ludwig Forum

Dem erklärten Anspruch, ein „politisches“ Kulturzentrum zu etablieren, wird der Direktor des Aachener Ludwig Forums, Andreas Beitin, jetzt spätestens mit der Konferenz „Kuba, quo vadis“? gerecht, die am 26. und 27. Januar stattfindet.

Das Symposium mit seiner internationalen Beteiligung ist der Höhepunkt des Rahmenprogramms zur aktuellen Ausstellung „Kunst x Kuba“ mit historischen und zeitgenössischen Werken aus 30 Jahren — die größte Ausstellung kubanischer Kunst, die jemals in Deutschland stattgefunden hat.

Die Teilnehmer sind das „Who is who“ der kubanischen Wissenschaftselite, die an den renommiertesten Universitäten der Welt vertreten ist — zum Beispiel Danné Ojeda Hernandez von der Nan-yang Technological University Singapur oder Paloma Duong vom Massachusetts Institute of Technology in Boston (USA).

Das Engagement der Ludwigs

Der überwiegende Teil der Konferenz findet in englischer Sprache statt, lediglich der Auftakt am Freitagmorgen ist in Deutsch zu verfolgen. Dann wird (10.30 Uhr) zunächst Brigitte Franzen, die Vorsitzende der Peter und Irene Ludwig Stiftung, das kulturelle Engagement des Aachener Sammlerpaars Ludwig erläutern. Im Anschluss (11 Uhr) gibt es quasi ein historisches Wiedersehen, wenn Wolfgang Becker, der ehemalige Leiter der Neuen Galerie — Sammlung Ludwig und Gründungsdirektor des Ludwig Forums, auf Jürgen Harten trifft, den damaligen Direktor der Kunsthalle Düsseldorf, der als Erster überhaupt eine Kuba-Ausstellung in Deutschland präsentierte, die gleich von den Ludwigs zu großen Teilen für Aachen aufgekauft wurde.

Am 24. April tritt Raoul Castro ab — wie tiefgreifend mag der Machtwechsel wohl ausfallen? Auch mit dieser Frage und damit genau zur rechten Zeit beschäftigt sich die Aachener Kuba-Konferenz. Schließlich wird nicht nur die Situation der Künstler des Karibikstaates diskutiert, sondern auch allgemein die politische Lage und auch die Identität afrokubanischer Kultur oder die Rolle der Frau. Darüber hinaus spielen Themen wie Zensur und Satire ebenso eine Rolle wie künstlerisch existenziell wichtige Dinge wie die Beschaffung von Material in einem Land, das weitgehend als arm gelten muss.

(eho)
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