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Aachen: Inniges Musizieren beim Amadèo-Abschluss

Aachen : Inniges Musizieren beim Amadèo-Abschluss

„Amadèo ist Kammermusik in seiner reinsten und ursprünglichsten Form, nämlich das Musizieren unter Freunden, sagt der Geiger Andreas Moscho.

Der gebürtige Stolberger gehörte beim Abschlusskonzert der Reihe zu den Musikern, die das Streichersextett von Louis Spohr präsentierten. „So innig habe ich das Musizieren und den Kontakt zum Publikum noch nie erlebt”, sagt er.

Für das Abschlusskonzert der musikalischen Reihe im Hotel Quellenhof hatte Andreas Frölich, musikalischer Leiter der „Stichting Euriade”, die Amadèo organisiert, eine äußerst geschickte Auswahl getroffen. Mit Spohr präsentierte er den „Erfinder” des Streichersextetts. Violinist Andres Mustonen führte souverän durch dieses ruhige und kontemplative Stück.

Auch beim zweiten Stück blieb es romantisch. Andreas Frölich und Ramon Jaffé spielten die Sonate Nr. 2 D-Dur für Violoncello und Klavier op. 58 von Felix Mendelssohn-Bartoldy. Und dann kam der musikalische Bruch, „denn man kann nicht immer Schlagsahne essen”, wie Cellist Hans-Christian Schweiker augenzwinkernd bemerkte.

Der Bruch war das Klaviertrio in Es-Dur von Josef Haydn, der in diesem Jahr seinen 200. Todestag begeht. Denn so souverän die Vorstücke auch gespielt wurden, Romantik ist und bleibt schwere Kost, sodass sich das Publikum beim Klassiker etwas zurücklehnen durfte. Der Schluss, Johannes Brahms Streichersextett B-Dur, schlug wieder den Bogen zum Anfang, hatte doch Brahms das Stück von Spohr zum Vorbild genommen.

Das Amadeo-Festival zeichnet sich immer durch eine gewisse Lockerheit in allem verbunden mit ausgezeichneter Musik in interessanter Auswahl aus. Das zeigte sich auch in der „Noche Latina” am Vorabend in der Aula Caroliona.

Geradezu didaktisch war die Idee, spanische Klassik von Joaquín Turina Pérez, Enrique Granados y Campina und Joaquín Rodrigo Vidre mit argentischem Tango und Flamenco zu verknüpfen. Denn so wurden die Ursprünge und Beziehungen iberischer Musik augenfällig.