Aachen: Inge Zeppenfeld: Aktuelle Probleme im Theater verhandeln

Aachen: Inge Zeppenfeld: Aktuelle Probleme im Theater verhandeln

Sie ist gebürtige Aachenerin, promovierte Theaterwissenschaftlerin, hat zwei Jahre in Bonn Biologie studiert und damit aufgehört, als es daran ging, Frösche mit dem Skalpell zu „zerlegen“, wie sie sagt: Inge Zeppenfeld. Seit dieser Saison ist sie nicht nur Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Theater Aachen, sondern auch Leiterin des Schauspiels.

Die auf der Bühne verhandelten Themen müssen für sie „in der Luft liegen“, sprich: so aktuell sein wie Probleme der Migration, Abschiebung oder der Massentierhaltung. Und wenn es einmal kein passendes Stück dazu gibt, „dann schreiben wir selbst etwas“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ihr Dramaturgen-Handwerk hat Inge Zeppenfeld an der Theaterakademie Ulm gelernt - zum Teil auf außergewöhnliche Weise auch als Schauspielerin. Becketts „Endspiel“ zum Beispiel führten die Studenden in einem Lastenaufzug auf - vor jeweils 15 Zuschauern.

Am Theater begeistert sie die große Vielfalt an Möglichkeiten - vom psychologischen Realismus eines Peter Stein bis zu den zelebrierten Absurditäten osteuropäischer Bühnenautoren.

Im Moment bereitet sie den neuen Spielplan am Theater Aachen mit vor - und spürt den brennendsten Themen der Zeit nach. Eines der vorherrschenden ist für sie eine allgemeine Verdrossenheit angesichts der globalen Überfülle an ungelösten Probleme. „Wir sortieren jetzt die Stücke“, sagt Inge Zeppenfeld.

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