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Kerkrade: Industrion Kerkrade zeigt die in Paris entwickelte Schau „Games-Let´s Play”

Kerkrade : Industrion Kerkrade zeigt die in Paris entwickelte Schau „Games-Let´s Play”

„Es ist eine der größten Ausstellungen, die wir je gemacht haben”, meinte Hans Gubbels, Direktor des Industrie-Museums Industrion im niederländischen Kerkrade auf einer Pressekonferenz. Es wird vermutlich auch eine der populärsten sein, denn vom Donnerstag an werden bis 28. Oktober auf 900 Quadratmetern 68 Spiele gezeigt.

„Games - Let´s Play” nennt sich die Ausstellung, die im Pariser Museum Cité entwickelt worden ist. Natürlich geht es nicht nur darum, sich die zum Teil historischen Exemplare anzuschauen, sondern auch ums Mitmachen. „Man muss selbst zu einem Teil des Spieles werden”, meint Gubbels.

Neben den „altmodischen, gemütlichen Brettspielen”, wie es in der Presseerklärung heißt, widmet sich das Projekt auch den neueren, elektronischen Varianten. Wobei die Videospiele „Pac-Man” oder „Pong” selbst schon Geschichte sind: Sie wurden 1980 bzw. 1972 entwickelt, stehen in einer ursprünglichen, mit den technischen Möglichkeiten dieser Zeit ausgestatteten Version bereit - mit kleinem Monitor und einem unhandlichen Vorläufer eines Joysticks.

Es geht um Strategie, Taktik und Geschicklichkeit, so Gubbels, also um „Fähigkeiten, die wir im täglichen Leben bewusst oder unbewusst gebrauchen können.” Hehre Worte für einen Zeitvertreib. Einen prinzipiellen Unterschied zwischen Brett- und Videospielen sieht Gubbels nicht, da die Begabungen, die gefördert werden, dieselben sind: „Nur die Form ist anders.”

Monopoly-Tage

Die Ausstellung ist nicht nur räumlich in verschiedene Themengebiete unterteilt, unterschiedliche Schwerpunkte gibt es auch in der zeitlichen Abfolge. In den ersten beiden Monaten stehen die Brettspiele im Zentrum des Begleitprogramms, zum Beispiel ein Monopoly-Wochenende am 9. und 10. Juni, ab 16. Juli bis 24. August liegt das Hauptgewicht bei den „Außenspielen”: Life-Action-Rollenspiele, aber auch Tischfußball, Flipper oder Jakkolo, bei dem Spielsteine in Boxen geschoben werden müssen. Computerspieltage mit „Second Life” und „World of Warcraft” bilden den Abschluss der Veranstaltungsreihe im Herbst.

Wouter van Dillen, Projektleiter im Industrion, glaubt, dass sich Brettspiele zukünftig den digitalen Spielen annähern. „Sie werden multimedialer”, meint er. Ein Beispiel dafür ist die Diplomarbeit von Christian Mattar, die am Lehrstuhl für Informatik 10 an der RWTH Aachen eingereicht worden ist.

Auf einem etwa einen Quadratmeter großen elektronischen Brett, einer Acrylplatte mit Touch-Screen-Technik, müssen Pinguine durch Drücken der Handflächen in ein bestimmtes Ziel gelenkt werden.

Auch Kleinkinder wurden in der Ausstellung nicht vergessen: Sie können zum Beispiel bunt bemalte Nüsse in einen Monitor werfen, der dann in Abhängigkeit von der Farbe verschiedene Töne ausspuckt. Oder sie versuchen, sich den Ball zu schnappen, der aus einer Öffnung eines weißen Hühnerstalls in unregelmäßigen Intervallen hinausgeschossen wird.

Unter den Journalisten auf der Pressekonferenz war dies jedenfalls das beliebteste Spiel.