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Industrie rechnet mit AixCAPE

Industrie rechnet mit AixCAPE

Aachen (an-o/sab) - Kompetenznetzwerke bieten Firmen und Institutionen die Möglichkeit branchenbezogene Informationen zu bündeln und neue Projekte und Kooperationen anzustoßen. Mit "AixCAPE" wurde ein neues Netzwerk aus dem Bereich der Verfahrenstechnik gegründet.

Die meisten Forschungsprojekte kommen nicht ohne Drittmittel aus, also Geld aus der Industrie oder öffentlichen Forschungsprogrammen. Zu den Aufgaben vieler Institutsleiter gehören daher neben ihrem Job in Hörsaal und Labor auch Firmenbesuche und die Kontaktpflege zu Drittmittelgebern. So entstehen viele langjährige Kooperationen, bei denen die Hochschulinstitute neue Technologien entwickeln, den Nachwuchs ausbilden und das Feedback aus der Anwendung in ihre Arbeit einbeziehen können.

Prominente Mitglieder

Um diese Kompetenzen effektiver zu bündeln und die langjährigen Kontakte auf neuer Ebene zu nutzen, gründete Professor Wolfgang Marquardt, Lehrstuhlinhaber für Prozesstechnik an der RWTH, "AixCAPE". Sein Institut beschäftigt sich mit der rechnergestützten Optimierung von Produktionsanlagen (mit der englischen Abkürzung CAPE genannt) vor allem für die Chemie und Petrochemie. Dort fand seine Initiative Anklang, so dass die Liste der Gründungsmitglieder mit BASF, Bayer, Degussa, Dow Deutschland, AtoFinaElf und Shell gleich mehrere führende Unternehmen der Branche aufweist.

AixCAPE will mit einem festen Stamm von Mitarbeitern, die nicht wie sonst üblich nach der Promotion Aachen verlassen und damit für die Firmen nicht mehr als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, viel wissenschaftlichen Service bieten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Umsetzungsforschung, also dem Transfer von Know-how des Lehrstuhls für Prozesstechnik in die industrielle Praxis. Die Mitglieder können sich mit Problemen und Vorhaben aus dem Bereich der rechnergestützten Simulation an AixCAPE wenden, wo dann Schwachstellen analysiert, neue Potenziale ausgelotet oder Prototypen entwickelt werden.

Ferner will das Netzwerk Fortbildungen für die Mitarbeiter der Partnerfimen sowie Arbeitskreise und Tagungen anbieten. So soll in Zukunft eine offene Plattform für den Technologietransfer entstehen, der auch andere Universitäten und Forschungseinrichtungen beitreten können.

Zur Zeit arbeiten die Aachener Wissenschaftler an ihren ersten Projekten. Dabei versuchen sie beispielsweise die in elektronisch gesteuerten und überwachten Anlagen auflaufenden Datenmengen genauer und prozessbegleitend zu analysieren und die Ergebnisse für effizientere Abläufe zu nutzen. Ein Projekt, von dem gleich mehrere Mitgliedsfirmen profitieren können.