1. Kultur

Köln/Düsseldorf: In Köln will man dem Alter ganz auf den Grund gehen

Köln/Düsseldorf : In Köln will man dem Alter ganz auf den Grund gehen

Für die Erforschung wirklich grundlegender Vorgänge in Natur und Gesellschaft ist die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) die allerfeinste Adresse in Deutschland - mit Weltgeltung. Allein 15 Nobelpreisträger hat die MPG seit ihrer Gründung 1948 hervorgebracht.

Wenn sich also ein neues Max-Planck-Institut ansiedelt, und dafür auch viel Geld investiert wird, ist das von erheblicher Bedeutung für die Forschung, die Gesellschaft - und nicht zuletzt für den Standort. Die Stadt Köln hat nun offenbar das große Los gezogen. Im kommenden Jahr soll dort ein Max-Planck-Institut für Alterungsforschung seine Tätigkeit aufnehmen.

Zu befinden darüber hat noch der Senat der MPG, was im März, spätestens aber im Juni geschehen soll. Max-Planck-Präsident Peter Gruss hat aber soeben in der FAZ den „Standort Köln ideal” genannt. Und auch MPG-Pressesprecher Bernd Wirsing erwähnt wohl eher der Form halber, dass das damit 79. Institut der MPG „vorbehaltlich der Entscheidung des Senats” nach Köln kommt.

Die Landesregierung, namentlich Innovationsminister Andreas Pinkwart, hat das Institut unbedingt nach Nordrhein-Westfalen haben wollen und sich dann für Köln ins Zeug gelegt. QAm Dienstag freute er sich unserer Zeitung gegenüber demokratisch zurückhaltend, im Konjunktiv: „Für den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen wäre das neue Max-Planck-Institut ein Hauptgewinn.”

Das Institut wird die Biologie der Alterungsprozesse erforschen und dafür üppig ausgestattet werden. Die grundlegenden Vorgänge werden in erster Linie an „Modellorganismen” erforscht, an Tieren also. Das beliebteste Versuchstier der Alterungsforscher ist der Fadenwurm (mit dem schönen Namen C.elegans).

Vier Direktoren sollen das Institut leiten, mit denen auch bereits verhandelt wird. „Wir haben extrem gute Direktoren in Aussicht”, wird Gruss in der FAZ zitiert. Mindestens 30 Millionen Euro sollen investiert werden. Eine Verpflichtungsermächtigung in dieser Höhe ist im Haushalt des Landes für die Jahre 2007 bis 2010 bereitgestellt für den Bau und die Ersteinrichtungskosten.

Für den Standort Köln spricht auch die wissenschaftliche Umgebung. Neben den drei dort bereits bestehenden Max-Planck-Instituten (für Neurologie, Gesellschafts- und Züchtungsforschung) sind das die Universität, das jetzt zur MPG gehörende Forschungszentrum Caesar in Bonn, ferner die Stammzellforschung in Bonn und Düsseldorf.

Und schließlich bietet sich eine Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich an, mit seinen Supercomputern, den Großgeräten der Bildgebung und seiner Parkinson-Forschung.