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Arnsberg: In diesem Jahr werden Christbäume teurer

Arnsberg : In diesem Jahr werden Christbäume teurer

Die Verbraucher müssen in diesem Jahr für ihren Christbaum tiefer in die Tasche greifen. Durch Nachtfröste im Mai sind fast ein Drittel der Bäume im Sauerland geschädigt. Das Angebot sei deshalb in diesem und den kommenden Jahren knapp, sagten Christbaum-Produzenten am Mittwoch. Die Preise würden um mindestens zehn Prozent anziehen.

Einige Betreiber von Weihnachtsbaum-Kulturen gehen von Preissteigerungen bis zu 30 Prozent aus. Neben den Schäden durch Frost drückten auch steigende Dieselkosten und die Maut auf die Preise. Zudem würden auch aus Dänemark rund ein Drittel weniger Bäume in den deutschen Handel kommen, hieß es.

Das Sauerland ist die größte Weihnachtsbaum-Region Deutschlands. Allein im Hochsauerlandkreis werden auf sechs Prozent der Fläche Christbäume gezüchtet. Bisher kam nach Schätzungen der Mescheder Landwirtschaftskammer jeder Dritte der rund 20 Millionen Weihnachtsbäume aus dem Sauerland. Das Angebot an Christbäumen aus dem Sauerland werde auch in den kommenden Jahren knapp bleiben, hieß es. Es dauere vermutlich fünf Jahre, bis sich die Frostschäden nicht mehr bemerkbar machten. „Aber es wird jeder Deutsche seinen Weihnachtsbaum bekommen”, versichterte Produzent Anton Nieder aus Bestwig.

Zwei kalte Nächte Ende Mai hätten den Christbaum-Kulturen im Sauerland zugesetzt. An vielen Bäumen hingen die Spitzen schwarz nach unten. „Die Nordmanntannen erholen sich zum Teil noch”, sagte Nieder. Schonungen mit Blaufichten seien aber teilweise schon vernichtet worden. Nieder geht nicht davon aus, dass sich in diesem Jahr hohe Preissteigerungen durchsetzen lassen. „Die Ketten haben ihre Preisverhandlungen schon vor dem Frost abgeschlossen”, sagte er. Allerdings würden auch Bäume, die sonst nie ausgeliefert worden seien, nun als Schnäppchen-Weihnachtsbaum angeboten. Besonders knapp sind nach Auskunft von Dirk Heimhard aus Hagen Bäume um zwei Meter.

Auch Heimhard geht von einem Preisanstieg um 15 Prozent aus. „Im kommenden Jahr werden die Bäume noch knapper”, sagte er. Dann sei mit einem weiteren Preisanstieg zu rechnen. „Allerdings kommen wir von einem niedrigen Niveau.” Heimhard sagte, dass pro Meter für eine Nordmanntanne 15 Euro und für eine Blaufichte 12 Euro gezahlt werden müssten.

Mit Preisaufschlägen bis 30 Prozent rechnet dagegen Meinolf Mütherich aus
Eslohe. Bereits im vergangenen Jahr seien die Margen wegen des nicht weitergegebenen Dieselkosten-Anstieges gesunken. Zum weiteren Preisanstieg beim Transport trage zudem die Maut bei. Mütherich geht davon aus, dass selbst der Preis für einen Billig-Baum von 10 auf 13 Euro steige. Auch beim schön gewachsenen Christbaum rechnet er mit einem Aufschlag von fünf Euro.