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Würselen: Im Netzwerk gegen Darmkrebs

Würselen : Im Netzwerk gegen Darmkrebs

Seit drei Monaten wird im Medizinischen Zentrum Kreis Aachen Würselen (früher Marienhöhe) praktiziert, was bisher als nahezu unmachbar galt: die gemeinsame Visite zweier Klinikchefs.

Damit nicht genug: Ein großes Netzwerk soll Darmkrebspatienten ein Maximum an Versorgung bei möglichst geringem persönlichen Aufwand bieten. „Gemeinsam gegen Darmkrebs” lautet daher eine große Informationsveranstaltung am Montag, 8. November, 18 Uhr, in der Mehrzweckhalle des MZ Marienhöhe, bei der acht Expertinnen und Experten, die zudem Mitglieder dieses Netzwerkes sind, zum Thema sprechen und Fragen des Publikums beantworten.

Es wirken in dieser Runde mit: Dr. Jochen Benning (Facharzt für Allgemeinmedizin), Dr. Christoph Maintz (Onkologe), Professor Michael Eble (Direktor der Klinik für Strahlentherapie, Klinikum Aachen), Dr. Cornelia van Eys (Psycho-Onkologin), vom MZ Marienhöhe Privatdozent Dr. Ingo Krüger, Chefarzt der Chirurgie, Professor Norbert Busch, Chefarzt der Inneren Medizin, die eine gemeinsame Station betreiben, sowie Professor Rüdiger Lindenfelser, Leiter der Pathologie und Helga Ebel, Leiterin der Krebsberatungsstelle Aachen.

Partner Selbsthilfe

„Chirurg und Internist haben bei uns nicht nur eine Visite, sie behandeln die Patienten auch auf einer sogenannten Bauchstation”, berichtet Professor Hans Walter Staudte, Ärztlicher Direktor des MZ Marienhöhe. „Es war nicht einfach”, gesteht Staudte. „Alleine die bürokratischen Hürden bei den Abrechnungen mussten genommen und eine Personalstruktur geschaffen werden.”

Nach und nach gelang es, das „Netzwerk” aufzubauen, das kompetente niedergelassene Partner einbindet, wie zum Beispiel Cornelia van Eys, die Psycho-Onkologin. „Es ist für Patienten, die vor ihren Angehörigen die Ängste und Nöte bei der Diagnose Darmkrebs nicht ansprechen wollen, sehr wichtig, darüber zu reden”, hat sie oft erfahren. „Eine neutrale Person ist da sehr hilfreich.” Regelmäßig gibt es einen „Konsiliardienst”, kommt der niedergelassene Arzt, bei dem der Betroffene eine Fortsetzung seiner Behandlung erfahren wird, schon ans Krankenbett.

„Die multidisziplinäre Gruppe ist ideal, besonders dann, wenn Selbsthilfegruppen als Patientenvertretung partnerschaftlich beteiligt sind”, ergänzt Helga Ebel. „Hier gibt es die Akzeptanz, die wir brauchen.”

Eintritt frei

Wichtig für Krebsberatungsstelle und Tumorzentrum: „Ein Medizinsystem, das eine unabhängige Beratung möglich macht und die Sichtweise des Patienten einbezieht.” Für sie und alle Beteiligten steht fest: „Vernetzung muss im Kopf passieren.” Die Publikumsveranstaltung soll dazu beitragen. Der Eintritt ist frei.