Aachen: Ikonen der Kunst und andere Lufonauten

Aachen: Ikonen der Kunst und andere Lufonauten

„45 aus 68 - its your choice” - so lautete im März dieses Jahres das Motto einer einzigartigen Kunstaktion: Die Leser unserer Zeitung wählten zwei Wochen lang ihre persönlichen Highlights aus der Sammlung des Aachener Ludwig Forums aus.

1200 Kunstfreunde beteiligten sich an der Abstimmung - das Ergebnis, die Ausstellung der beliebtesten Werke, ist ab Sonntag, 12 Uhr, zu besichtigen. Neben zwei anderen Präsentationen, die sich in ganz besonderer Weise dem Sammlungsfundus des Hauses widmen. „Terrains dune Collection. From New York to Bejing” ist die eine Schau zweisprachig und damit demonstrativ weltläufig überschrieben. Sie lässt anhand von repräsentativen Einzelstücken nachvollziehen, auf welchen Wegen das Aachener Sammlerpaar Irene und Peter Ludwig über Jahrzehnte Tausende von Kunstobjekten aus der ganzen Welt zusammentrugen.

Erst Europa, dann USA, später Osteuropa, schließlich China und Kuba - immer stärker wurde ein geostrategisch orientierter Weltkunstgedanke zur Antriebsfeder eines manisch anmutenden Sammlungsdrangs. Am besten die ganze Welt sollte sich über das universale Medium der Kunst begegnen. Einzelne, ganz neu gestaltete Räume, auf 700 Quadratmetern in Kürze durch die Sponsor-Firma Neuefeind erstmals klimatisiert, führen die Stationen der Reiserouten exemplarisch vor Augen.

Die Schau der Lieblingswerke: Museumsdirektorin Brigitte Franzen und Ko-Kurator Holger Otten führte 45 ausgewählte, zum Teil weltbekannte Ikonen der Kunst wie die „Supermarket Lady” als Nummer eins auf inspirierende Weise zusammen: in Räumen mit thematisch geordneter deutsch-deutscher und amerikanischer Kunst, die die ganze Vielfalt der gewaltigen Sammlung an hervorragenden Einzelstücken abbildet. Selbst für das Thema Frau in Kunst und Gesellschaft fällt dabei noch ein ganzer Raum ab mit ironischen Werken von Mel Ramos und Allan Jones mit seinen Porno-Puppen.

Gezielt für die jüngeren Besucher hat Kuratorin Anna Sophia Schultz in den oberen Wechselausstellungsräumen liebevoll inmitten von Kissenbergen die Schau „Lufonauten” zusammengestellt, gehängt in Augenhöhe eines durchschnittlich Achtjährigen, der sich angesprochen fühlt von fremden Welten, wie sie die Kunst gelegentlich thematisiert. Am allerschönsten dabei: ein Video des Schweizer Medienkünstler-Duos Peter Fischli und David Weiss. Wie bei fallenden Dominosteinen lösen hier die unscheinbarsten Gegenstände wie rollende Dosen, fallende Stühle, brennende Kerzen, entzündete Zeitungen, Wasserschläuche und umkippende Farbeimer in einer Lagerhalle dreißig Minuten lang eine unglaublich genial ausgetüftelte Kettenreaktion aus. Da macht Kunst Spaß und neugierig auf mehr.

Die Eröffnung ist am Sonntag um 12 Uhr

Eröffnung der drei Ausstellungen im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97-109: Sonntag, 22. April, 12 Uhr.

Dauer: bis 21. April 2013. (Zusätzlich kommen weitere Wechselausstellungen.)

Geöffnet: Di.-Fr. 12-18 Uhr, Do. bis 20 Uhr, Sa./So. 11-18 Uhr.