Aachen: Howard Carpendale gibt sich in Aachen ganz persönlich

Aachen: Howard Carpendale gibt sich in Aachen ganz persönlich

Eine Samstagnacht, und dann diese Lieder, live und intensiv gesungen. Höhere Glücksgefühle konnten die Howard-Carpendale-Fans im Aachener Eurogress kaum erleben. Zumal „Howie“ ganz zu Beginn des fast ausverkauften Konzertes — den eigentlichen Termin hatte er wegen Krankheit verschieben müssen — ein Geständnis ablegte.

„Ich habe schon viele Tourneen in meinem Leben gemacht. Aber diese ist die beste.“

Zum Abschluss seiner Konzertreihe, die unter dem Titel „Viel zu lang gewartet“ stand, stellte der Sänger überwiegend Titel seines neuen Albums vor, im zweiten Teil griff er aber auch teilweise ganz tief in die prall gefüllte Hitkiste.

Schon zu Beginn des zwei Stunden dauernden Auftrittes wird klar: Hier trifft man sich persönlich. Nach den ersten Titeln nimmt sich Carpendale viel Zeit, seinen Anhängern die Hände zu schütteln. Nicht nur jenen in der ersten Reihe, der 68-Jährige durchschreitet den kompletten Saal. Mag der Großteil seiner Fans — wie er selbst auch — in die Jahre gekommen sein: Hier und da stehen selbst Teenies in den Reihen — und auch der Männeranteil wird größer.

Die neuen Songs (unter anderen „In diesem Moment“, „Bedingungslos“) sind reifer, ja, sogar eine Spur sozialkritisch geworden. Vom Schnulzensänger ist in diesem Album nichts geblieben. Zwischendurch erzählt Carpendale kleine Geschichten und spart auch selbstironisch sich selbst nicht aus. Bilder auf der Riesenleinwand unterlegen die Begegnung mit Nelson Mandela, dem „zweitpopulärsten Südafrikaner in Deutschland“.

Die rauschende „zweite Halbzeit“ mit „Alice“, der „Samstag Nacht“ oder „Geh doch“ und dem „Schönen Mädchen von Seite 1“ reißt die Leute von den Sitzen. Dann ist Schluss. Aber die Fans nehmen ein Versprechen mit: „Ich komme 2034 wieder.“ Man ist geneigt, ihm dies sogar abzunehmen. Für die Samstagsnächte bis dahin tröstet das Album.

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