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Köln: Howard Carpendale gibt sein letztes Konzert

Köln : Howard Carpendale gibt sein letztes Konzert

Wenn Howard Carpendale an diesem Samstag zum letzten Mal die Bühne betritt, wird ihm der Abschied schwer fallen.

„Einen Kloß im Hals werde ich haben, bestimmt”, sagt der Schlagersänger in Köln wenige Tage vor seinem allerletzten Auftritt in der Kölnarena. Das Konzert werde zugleich Höhepunkt der Abschiedstour „Der richtige Moment” sein.

Angesichts von 21 Konzerten in den vergangenen 20 Tagen habe er allerdings kaum Zeit zum Nachdenken gehabt, betont der 57 Jahre alte Frauenschwarm. „Es wird kommen, wie es kommen muss.”

In seiner 37-jährigen Karriere verkaufte der Sänger und Entertainer mehr als 25 Millionen Tonträger und ersang sich 13 Goldene Schallplatten. Er werde nach dem Kölner Konzert nicht mehr auf die Bühne gehen, stellt Carpendale klar, der seinen Abschied im April 2003 angekündigt hatte. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich danach keine öffentliche Auftritte mehr machen werde.”

Zu den schönsten Erlebnissen seiner Karriere gehören die Live- Auftritte, erzählt Carpendale. „Die besten Momente hatten wir eigentlich bei den Tourneen, wo wir vor einem enorm großen Publikum spielen - und auch der Sieg beim Deutschen Schlagerfestival war natürlich nicht schlecht.”

Bei dem Festival 1970 war „Howie” mit dem Titel „Das schöne Mädchen von Seite 1” zum Sieger gekürt worden und damit zur Nummer eins der Branche aufgestiegen.

Carpendale könnte sich künftig eine Karriere als Schauspieler vorstellen: „Das wäre etwas, was ich ganz gerne machen würde.” Bereits in mehreren TV-Produktionen hatte er mitgespielt, für eine Rolle als alternder Tennisstar in einer RTL-Serie gar ein halbes Jahr lang Schauspiel-Unterricht genommen. Vor allem aber will er schreiben: „Ich denke ernsthaft darüber nach, ein Buch zu schreiben, eine Autobiografie in Romanform.”

Seit rund zehn Jahren lebt Carpendale, der seit 1984 einen deutschen Pass besitzt, in Florida. Er ist Vater von zwei Söhnen. Zu Berichten über eine Erkrankung an Multipler Sklerose sagt Carpendale, einige Ärzte hätten diese in einer latenten Form diagnostiziert, andere nicht. „Ich kümmere mich nicht darum. Und es geht mir sehr gut.”