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Aachen: „Hoffmanns Erzählungen”: Fast wie ein Wunschkonzert

Aachen : „Hoffmanns Erzählungen”: Fast wie ein Wunschkonzert

Es geht - natürlich - um die Liebe. Oder besser: um die Suche nach der idealen Liebe. Es ist ein wuchtiges Musikdrama, mit vielen Ohrwürmern, voller großer Herausforderungen für die Sängerinnen und Sänger, denen auch einiges an darstellerischer Kraft abverlangt wird. Die Rede ist von „Hoffmanns Erzählungen” von Jacques Offenbach.

Man darf davon ausgehen, das diese Opernproduktion, mit der das Theater Aachen die aktuelle Spielzeit beendet, ein Ereignis wird.

Offenbach hat ein Stück geschrieben, das all das in sich vereinigt, was eine gute Oper ausmacht. Bis zu seinem Tod 1880 hat er daran geschrieben, eine endgültige Form hat die Oper deshalb nicht. Corinna von Rad, die das Stück in Aachen inszeniert, Dirigent Daniel Jakobi und Musikdramaturg Kai Weßler wollen die Geschichte klar strukturiert erzählen. Das ist auch nötig, denn die Oper ist komplex: Offenbach greift auf Erzählungen des romantischen Dichters E.T.A. Hoffmann zurück, die schauerlich, fantastisch und bizarr sind.

Hoffmann selbst ist der Hauptprotagonist: Reichlich alkoholisiert wartet der in seiner Stammkneipe auf seine Geliebte Stella - und erfindet, angefeuert von seinen Zechkumpanen, drei Liebesgeschichten, die alle doch nur sein Verhältnis zu Stella spiegeln. Yikun Chung wird den Hoffmann in Aachen singen, als die Frauengestalten in den drei Episoden werden Michaela Maria Mayer (Olympia), Irina Popova (Antonia) und Johanna Stojkovic (Giuletta) auf der Bühne stehen, die Rollen der Bösewichte verkörpert jeweils Woong-jo Choi.

Corinna von Rad will die Handlung einfach und verständlich auf die Bühne bringen - als einen einzigen großen Alptraum, der sich durch die drei Frauengeschichten entwickelt. Für die junge Regisseurin erzählt die Oper die Geschichte eines Mann, der seine Suche nach der idealen Liebe in verrückten und traurigen Geschichten auslebt. „Damit lebt er in einer romantischen Zwischenwelt, die sich über die reale Welt schiebt.” Sie verspricht viel fürs Geld: einen intellektuell anspruchsvollen Rahmen, Musiknummern wie aus einem Wunschkonzert, eine handfeste Dramatik und gleich vier Geschichten in einer. Ein echte Herausforderung, auch für Daniel Jakobi, der am Dirigentenpult stehen wird.

„Unter meinen Kollegen ist die Oper gefürchtet”, sagt er. „Innerhalb einer Nummer gibt es verschiedene Tempi, und man muss eine eigene Sprache finden für die unterschiedlichen Stile zwischen Komik und Dramatik, die in diesem Stück vereinigt sind.” Doch auch hier gilt: bange machen gilt nicht.