Aachen: Höllisch schön: „Die Geschichte vom Soldaten”

Aachen: Höllisch schön: „Die Geschichte vom Soldaten”

Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn dieses kleine, spritzige Theatermusikwerk im Mörgens des Aachener Theaters nicht Funken schlagen könnte! Der Höllenfürst spielt in Igor Strawinskis „Die Geschichte vom Soldaten” eine große Rolle.

Herrlich schon der Auftakt in Jamil Sumiris raffiniert-schlichtem Bühnenbild, das dem Kammerorchester viel Raum bietet und auf einem wuchtigen, dunklen Quader das Spiel zwischen Teufel und Soldat ermöglicht.

Volksfest-Stimmung lockt, das reihum sitzende Publikum wird mit Cabaret-Anklängen begrüßt. Nur zwei Schauspieler, eine zauberhafte Puppe und sieben Musiker unter der Leitung von Andreas Klippert braucht die gelungene Inszenierung von Ronny Jakubaschk, um 90 Minuten lang alle in Atem zu halten.

Torsten Borm lotet fast schon genial die Rolle des Teufels aus, mit Mephisto-Augenbrauen, „Blut” an Mund und Ohren und höllisch schöner Sprache. Frisch und treuherzig kommt Markus Weickert als Soldat daher, der sich seine alte Geige abluchsen lässt und zum Tausch ein gefährliches Zauberbuch erhält.

Es wird in Reimen gesprochen, die ganz schwerelos und oft recht heutig ins Ohr gehen. Die blitzschnellen Verwandlungen sind auch dem Einfallsreichtum der jungen Kostümbildnerin Dominique Muszynski zu verdanken.

Das Orchester offenbart wendungsreich sein Können. Jazz-Anklänge behaupten sich ungeniert neben Chorälen und Märschen, lautmalerische Töne treiben die Handlung voran, und die „drei Tänze” (Tango, Walzer und Ragtime) betonen das besondere Flair der Prinzessin. Die kommt erst später ins Spiel - als Puppe aus dem Karton.

Goldflitter und Farbspiele führen in andere Welten, die Puppe darf verschmust mit dem verliebten Soldaten tanzen und macht fast den Teufel eifersüchtig. Eine traumhaft schöne und witzige Szene! Rauschender Beifall.

Die Termine: 17., 28. und 31. März, 3. und 11. April, 13. und 23. Mai, 14. Juni.

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