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Höllen: Höllen: So löschten die alten Römer

Höllen : Höllen: So löschten die alten Römer

Schon die alten Römer hatten so manches Feuer im Griff - und was ihnen beim Löschen half, zeigt eine Ausstellung des des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege.

Höllen. Ein „Vexilarius” (Standartenträger), auf dessen Fahne der Name seiner Einheit verzeichnet ist, die 32. Cohorte freiwilliger römischer Bürger, und der Restaurator einer soeben aufwändig restaurierten römischen Feuerwehrspritze empfangen den interessierten Besucher in der Außenstelle Höllen des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege.

Die Feuerwehrspritze aus einer Burg im Tagebau Inden ist das Highlight des „Tages der Archäologie”, der am kommenden Samstag, 24. Juli, von 10 bis 18 Uhr im Rahmen der laufenden Kreiskulturtage veranstaltet wird.

Skelett des Kommandanten

Bei der Feuerwehrspritze handelt es sich um ein ausgeschmiedetes, konisch zulaufendes Eisenrohr. Auf eine starke Hitzeeinwirkung, wahrscheinlich aus dem Jahr 355 zur Zeit des Einfalls der Franken ins Rheinland, wird die schwarze Verfärbung der Oberfläche zurückgeführt. Zum ersten Mal lässt sich eine Zerstörung so genau erfassen, und erstmalig kann ein historisches Ereignis auch mit Einzelschicksalen belegt werden. Denn neben der Feuerspritze wurde das Skelett des Kommandanten einer römischen Feuerwehrtruppe gefunden. Zur Demonstration der Wirkungsweise jener Spritze durch römische Soldaten dient ein Nachbau.

Als „zweites Standbein”, so Udo Geilenbrügge, Leiter der Außenstelle, „präsentieren wir eine Ortskernuntersuchung mit zentralem Kirchenareal und einer umliegenden, mittelalterlich-neuzeitlichen Bebauung in einem Tagebauvorfeld”. Dort können die Besucher laufende Ausgrabungen verfolgen. Pendelbusse werden von 10 bis 16 Uhr kostenlos eingesetzt. Fortschritte in der experimentellen Archäologie werden mit Akteuren in der eisenzeitlichen Hofanlage vorgeführt. Dazu gehören die Zubereitung warmer Speisen in alten Tongefäßen, alte Handwerke, die Anfertigung eines Mahlsteines sowie eine Modenschau der Antike.

Neue Funde aus dem Braunkohlenrevier und aktuelle Forschungsprojekte präsentiert die Stiftung zur Förderung der Archäologie, die europaweit bedeutendste Stiftung dieser Art. Für das Kinderprogramm ist eine spezielle Fläche in einem originalen römischen Steinbrunnen vorbereitet, wo die Kinder mittels einer speziellen Technologie Ausgrabungen tätigen und so die Arbeit eines Archäologen spielerisch nachempfinden können.