1. Kultur

Köln: Höchste Qualität ist garantiert

Köln : Höchste Qualität ist garantiert

Wenn eines der großen amerikanischen Spitzenorchester in der Kölner Philharmonie auftritt, ist höchster Qualitätsstandard garantiert.

So war es vor einigen Monaten beim Gastkonzert der Los Angeles Philharmonic, so war es nunmehr anlässlich des Gastkonzerts des Cleveland Orchestra. Der traditionsreiche Klangkörper rangiert in der höchsten Güteklasse, der berühmten „big five” neben den Orchestern von New York, Philadelphia, Boston und Chicago.

Franz Welser-Möst, der österreichische Chefdirigent, weiß diesen Rang zu wahren, daran ließ der Abend keinen Zweifel. Das Programm mag nicht sensationell gewesen sein: Brahms Akademische Festouvertüre und Erste Symphonie, dazu die Zweite Symphonie von Charles Ives, die aus der „romantischen”, vorrevolutionären Zeit des amerikanischen Außenseiters stammt. So stand das Wie der Interpretationen im Vordergrund des Interesses.

Intensiver Klang

Was man hörte, war vom ersten bis zum letzten Ton Orchesterkultur auf höchstem Niveau. Schwebende Piani und Pianissimi von herrlicher Spannungsdichte, warmer, intensiver Streicherklang, ein faszinierendes Miteinander der verschiedenen Gruppen, klare Transparenz des Stimmengewebes, wundervoll rundes Tutti.

Welser-Mösts rein auf Sachlichkeit bedachtes, völlig unspektakuläres Dirigat erzielte dennoch - oder gerade deswegen - vor allem in der sehr streng und kantig genommenen Brahms-Symphonie eine elektrisierende Spannungsdichte, einen mitreißend großen Zug und eine Feinheit des Details, wie man sie bei diesem vielverschlissenen Repertoirestück in dieser Vollendung selten erlebt hat.

Und in der Ives-Symphonie ließ Welser-Möst das Potpourri der amerikanischen Liedweisen launig und virtuos abrollen und legte damit den Bezug zu Brahms Ouvertüre klar, die gleichfalls Lieder benutzt - diesmal der alten Studentenherrlichkeit. Ein ganz großer Abend.