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Aachen: „Heimspiel” für die Flötistin Dorothee Oberlinger

Aachen : „Heimspiel” für die Flötistin Dorothee Oberlinger

Die gebürtige Aachenerin Dorothee Oberlinger gehört zu den besten Blockflötistinnen weltweit. Nun gastierte die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Musikerin erstmals mit dem Sinfonieorchester Aachen im atmosphärisch wunderschön passenden Ballsaal im Alten Kurhaus ihrer Heimatstadt.

Die Blockflötistin animierte das Publikum im vollbesetzten Ballsaal mit ihrer verblüffend spielerischen Fingerfertigkeit und ihrer Leichtigkeit des Spiels zu begeisterten Bravo-Rufen und zeigte, wie virtuos und klangvoll das kleine, unauffällige Instrument doch sein kann.

Zwei Streichersinfonien von Felix Mendelssohn Bartholdy standen zu Beginn des Konzertes auf dem Programm. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch erklang das Werk Mendelssohns, in dem unüberhörbar der Einfluss von Johann Sebastian Bach spürbar war.

Ganz auf den Dirigenten verzichtend begleiteten die Musiker des Sinfonieorchesters Aachen nach der Pause die Solistin Dorothee Oberlinger.

Das Flötenkonzert von Antonio Vivaldi (Concerto C-Dur RV 444 für Sopraninoblockflöte, Streicher und Basso continuo), das auf dem Programm stand, ist für die kleinste Flöte, die Sopraninoblockflöte, geschrieben, und Dorothee Oberlinger spielte das Soloinstrument mit einer atemberaubenden Virtuosität.

In Telemanns Suite a-Moll für Blockflöte, Streicher und Generalbass ließ Dorothee Oberlinger ihre hohe Kunst nochmals begeisternd aufblitzen.

Neue Suitenform

Ungewöhnlich an dem Werk ist, dass Komponist Telemann die alte, traditionelle Suitenform mit dem Soloinstrument mischt. So wechseln sich in der Ouvertüre Passagen des ganzen Orchesters mit Solo-Episoden ab, in den Tanzsätzen sind die Mittelteile Episoden für die Solo-Flöte, und im langsamen Satz hat das Orchester „nur” Begleitfunktion für das Soloinstrument. Das auf ein Barockensemble reduzierte Sinfonieorchester machte glauben, dass hier ein spezialisiertes Barockensemble am Werke ist.

Begeisternder Beifall des Publikums für ein mehr als hörenswertes Konzert. Die Solistin bedankte sich dafür mit gleich mit mehreren Zugaben.