1. Kultur

Aachen: Hasenclever-Literaturpreis geht an Friedrich Christian Delius

Aachen : Hasenclever-Literaturpreis geht an Friedrich Christian Delius

Ein „Moralist, der politisch engagiert denkt und schreibt und dabei über eine hochpoetische Sprache verfügt” - so umschreibt Bert Kasties, Vorsitzender der Aachener Walter-Hasenclever-Gesellschaft, den Träger des Walter-Hasenclever-Literaturpreises 2004: Friedrich Christian Delius.

Der 1943 in Rom geborene deutsche Autor erhält die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung „für sein beharrliches Ankämpfen gegen Philistertum und manche allzu deutsche Befindlichkeiten”, heißt es in der Begründung der Jury”.

Übergeben wird der Preis im Rahmen einer Feierstunde am 11. September im Ballsaal des Alten Kurhauses.

Getragen wird der Preis von der Stadt Aachen, der Hasenclever-Gesellschaft, dem Aachener Buchhandel, dem Förderverein des Einhard-Gymnasiums und der Deutschen Schiller-Gesellschaft. Jeweils ein Vertreter gehörte dem Kuratorium an, das am Wochenende Delius aus einem Trio zuletzt verbliebener Kandidaten ausgewählt hat.

„Das Kuratorium erkennt in ihm einen technisch malkellosen und sprachlich brillanten Schriftsteller, dessen Arbeit von einem tief empfundenen gesellschaftspolitischen Verantwortungsbewusstsein getragen wird.

Sein vielfältiges Oeuvre weist Delius als einen Künstler mit einem ungewöhnlich hoch entwickelten ethischen Anspruch aus, bei dem Selbstgerechtigkeit oder Intoleranz keinen Freiraum genießen” loben ihn die Juroren, darunter Kulturdezernentin Isabel Pfeiffer-Poensgen als Vertreterin der Stadt Aachen.

Delius schrieb über den deutschen Sieg bei der Fußball-WM 1954 ebenso wie über den deutschen Herbst 1977, zu seinen bekanntesten Werken gehören die Gedschtsammlung „Selbstprträt mit Luftbrücke” (1993) und eine Erzählung „Die Flatterzunge” (1999), in der er sich mit jenem Vorfall auseinandersetzt, der sich 1997 in Israel abgespielt hat, als ein Mitglied des Orchesters der Deutschen Oper Berlin für eine Hitler-Unterschrift gnadenlos bestraft wurde.