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Berlin/Köln: Gropiusbau zeigt gerettete Schätze des Kölner Stadtarchivs

Berlin/Köln : Gropiusbau zeigt gerettete Schätze des Kölner Stadtarchivs

Im Berliner Martin-Gropius-Bau werden ab Samstag (6. März) 100 gerettete Dokumente des eingestürzten Kölner Stadtarchivs gezeigt. Die Exponate sind unter dem Titel „Köln in Berlin.

Nach dem Einsturz: Das Historische Archiv” bis 11. April auf knapp 1000 Quadratmetern zu sehen, wie Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia am Freitag sagte. Der Magazintrakt des Archivs war Anfang März 2009 aus noch ungeklärter Ursache eingestürzt. Dabei kamen zwei Bewohner benachbarter Häuser ums Leben.

Nach Angaben Schmidt-Czaias sind die ausgestellten Stücke in sehr unterschiedlichem Zustand. „Von nahezu unbeschädigt bis fast zerstört ist alles dabei”, sagte sie. Die Herkunft der Archivalien reiche vom Mittelalter bis in die Gegenwart, die Auswahl sei jeweils zufällig erfolgt. Zu sehen ist unter anderem eine mittelalterliche Handschrift des Kölner Gelehrten Albertus Magnus. Das Papier sei seit dem Einsturz mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder restauriert worden.

Wie der Direktor des Gropius-Baus, Gereon Sievernich, ankündigte, kommen die Überschüsse der Schau der Stiftung Stadtgedächtnis zugute, deren formale Gründung kurz bevorsteht. „Denn ich finde, das Kölner Stadtarchiv ist so wichtig wie die wiederhergestellte Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar”, sagte Sievernich. Das Archiv und seine in Berlin gezeigten Exponate seien Teil des Weltkulturerbes. Es gehe um ein Archiv, „das Weltbedeutung hat, aber derzeit noch nicht die Beachtung findet, die es verdient”. Sievernich verwies ausdrücklich auf das Engagement der Freunde des Historischen Archivs der Stadt Köln e.V., die für die Berliner Schau einen Begleitband erarbeiteten.