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Berlin: Grönemeyer zweifach mit dem „Echo” geehrt

Berlin : Grönemeyer zweifach mit dem „Echo” geehrt

Rauschender Erfolg für Herbert Grönemeyer und Robbie Williams in Berlin: Bei der 12. Echo-Verleihung waren die beiden Künstler am Samstagabend die großen Gewinner.

Der Rock-Grübler und der Pop-Prinz rissen mit Nachdenklichkeit, Nostalgie und Witz die sonst eher verhaltene Gala für den deutschen Schallplattenpreis mit.

Grönemeyer wurde gleich zwei Mal geehrt - als bester deutscher Rock- und Popstar und für seine Single „Mensch”.

Mit Nena als beste deutsche Popsängerin und den Veteranen der Toten Hosen als führende Band der Republik ging die an Absatzschwund leidende Plattenindustrie bei der Preisvergabe auf Nummer sicher.

Die Hauptehrungen bekamen Musiker, die schon lange im Geschäft sind. Die Red Hot Chili Peppers, die sich einen Echo als weltweit beste Rockband abholten, zählen ebenfalls zu den festen Größen im CD- Handel.

In Abwesenheit wurde Latino-Idol Shakira zur besten internationalen Pop-Künstlerin gekürt. Und auch Krawall-Rapper Eminem ließ sich den Preis als HipHoper des Jahres nach Hause schicken.

„Es ist wirklich sehr, sehr lieb”, bedankte sich ein sichtlich gerührter Grönemeyer, nachdem ihm Tote-Hosen-Sänger Campino die Trophäe für den Hauptpreis überreichte.

„Bleibt Mensch”, rief Grönemeyer den 5000 Branchenprofis und Fans im Internationalen Congress Centrum (ICC) zu. Und als er später von Günther Jauch noch einen Echo für „Mensch” entgegennahm, gab es kein Halten mehr.

Tränen rollten, das Publikum erhob sich zum langen Applaus. Auch bei Jauch und Grönemeyer wurden die Augen feucht. „Ich bin überrascht, ich verstehe das nicht ganz”, war fast alles, was Grönemeyer in diesem Moment über die Lippen brachte.


Aber er schaffte noch einen Dank an seine Kinder Felix und Marie. Mit der Single hatte Grönemeyer nach Jahren der Trauer um den Tod seiner Frau ein furioses Comeback eingeläutet.

Als Kontrastprogramm eroberte Robbie Williams das Publikum im ICC wie im Flug - von Traurigkeit wegen der angeblichen Trennung von seiner Freundin Rachel Hunter war ihm nichts anzumerken.

Zu den Klängen seines Hits „Feel” lief Williams zwischen den Reihen, kuschelte sich an kreischende Fans, entriss einem Zuschauer die Kamera, um sich eigenhändig zu verewigen und entlockte dem eher trägen Publikum einige Hüftschwünge.

Auch bei der Volksmusik, die in diesem Jahr wieder in die Riege der Ehrungen aufgenommen wurde, zahlte sich Erfahrung aus. Die Kastelruther Spatzen holten sich den achten Echo ihrer Karriere ab.

Dagegen konnte die Schlagersängerin Andrea Berg gestandene Kollegen wie Wolfgang Petry oder Die Flippers aus dem Feld schlagen.

Die Preisträger in den 28 Kategorien waren nach der Zahl verkaufter CDs und den Platzierungen in den Hitparaden ermittelt worden.
Die große Politik mischte sich ebenfalls in die Klänge der Stars.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Friedensdemonstrationen sprachen sich viele Laudatoren und Künstler gegen einen drohenden Irak-Krieg aus.

Robbie Williams stimmte schließlich noch „Give Peace a Chance” an, Herbert Grönemeyer wünschte sich „ein Jahrhundert des Friedens” und Dieter Bohlen krönte den Abend in Berlin mit Daniel und den anderen Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar” mit dem Abschiedslied „We Have A Dream”.