Aachen: Grenzlandtheater Aachen präsentiert Programm für die kommende Spielzeit

Aachen : Grenzlandtheater Aachen präsentiert Programm für die kommende Spielzeit

Eine prickelnde Mischung aus Krimispannung, bissigem Witz, einfühlsamer Nachdenklichkeit, Humor und einem Musical, das längst Kult und noch immer sehr lebendig ist: Die „Rocky Horror Show“ (Uraufführung 1975) von Richard O’Brian hat am 13. Dezember im Grenzlandtheater Aachen in einer Inszenierung von Udo Schirmer Premiere.

„Aber bitte nicht mit Reis werfen und Wasser spritzen im frisch renovierten Haus“, seufzt Intendant Uwe Brandt, der am Freitag zusammen mit Dramaturgin Anja Junski nicht nur über den Spielplan der Spielzeit 2018/2019 im 218-Plätze-Theater in der Elisengalerie informierte. „Man sagt vielfach, es gibt keine Karten oder keine Abonnements“, sagt Brandt. „Das stimmt aber nicht. Es gibt Karten, und es gibt sogar freie Abos!“

Was Brandt freut: Inzwischen hat die Altersgruppe ab 35 Jahre das Theater wieder entdeckt, und die Jugendarbeit bei „Greta“ boomt. Zwei Stücke wird es geben — zu bösen Streichen, die im Internet landen, und zu (scheinbar) unüberwindbaren Gegensätzen unter jungen Leuten. Im Rahmen von 60 Schulaufführungen hat man in der vergangenen Spielzeit 5800 Jugendlichen Theater nahegebracht.

Zwei Drittel seiner Grundkosten in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro muss das Grenzlandtheater selbst erwirtschaften: Das ist gelungen, wie der Kaufmännische Geschäftsführer Hermann Fuchs bestätigt. Bei 80 000 Besuchern — Auslastung: 95 Prozent — gab es Einnahmen von 1,6 Millionen Euro. Der Zuschuss des Landes NRW beträgt 280 000 Euro, der Förderverein hilft, und die Städteregion Aachen als Gesellschafter gleicht weitere Lücken aus. „Die Wirtschaftsbasis ist der jeweilige Spielplan“, betont Fuchs. Eine Preiserhöhung wird es aktuell nicht geben.

Von allen Seiten stellt man Brandt in diesen Tagen eine Frage: Wer übernimmt die Rolle des schrillen „Dr. Frank N. Furter“ im Musical, die der legendäre Tim Curry geprägt hat? „Es gibt einige Optionen“, meint Brandt vorsichtig, der den Hauptdarsteller zuvor vom britischen Lizenzgeber genehmigen lassen muss.

Bissig wird es bei Molières Komödie „Der Geizige“ — 1668 entstanden und bis heute aktuell. „Ein Lehrstück um Selbstsucht und Geld, diese Themen sind uns vertraut“, sagt Anja Junski. Sie selbst wird die Regie beim Psychothriller „Revanche“ von Anthony Shaffer übernehmen.

Intendant Brandt inszeniert das Schauspiel „Ein großer Aufbruch“ von Magnus Vattrodt — es geht um selbstbestimmten Suizid, nur eines von mehreren Stücken, die sensible Themen aufgreifen. So handelt die Auftaktpremiere, Stefan Vögels Stück „Arthur & Claire“, von einem Mann und einer Frau, die sich zufällig treffen, aber eigentlich beide ihrem Leben ein Ende zu setzen wollen. Eine Lebenskrise ist gleichfalls Ausgangspunkt in „Alles was Sie wollen“, einer romantische Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière.

Brisante Aspekte bietet „4000 Tage“ von Peter Quilter: Ein Mann wacht nach elfjährigem Koma wieder auf. Zuvor hat er in einer homosexuellen Partnerschaft gelebt. Weiß er das noch? Seine Mutter tut alles, um ihn auf „andere Gedanken“ zu bringen. „Danach“ ist der Titel des Stücks von Michael McKeever, das unbequeme Fragen anspricht. Es geht um Mobbing und Jugendliche, die zu Tätern werden. Eine rundum spannende Spielzeit 2018/2019.

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