Aachen: „Goldfischen”: Sie treiben ein bitterböses Spiel mit Nick

Aachen: „Goldfischen”: Sie treiben ein bitterböses Spiel mit Nick

Nick kann sich die Hände reiben. Den jungen Banker erwartet nach einer Abschlussprüfung eine fette Business-Karriere. Doch die Prüfung tritt rasch in den Hintergrund, als im Stück „goldfischen” plötzlich Martin und Katja in seiner Wohnung auftauchen.

Das flippige Pärchen okkupiert hemmungslos seine Behausung und stellt sein Leben total auf den Kopf. Unvorbereitet auf Alkohol, Drogen und Übergriffe, fühlt sich Nick dem verführerischen Spiel der beiden bald kaum gewachsen. Angstzustände treiben ihn auf die Fensterbank - vor der Öffnung des realen Bastei-Fensters hangelt der Schauspieler Christian Cadenbach so überzeugend herum, dass den Zuschauern angst und bange wird.

Ebenso wirklichkeitsnah wirken Anna Scholten als laszive Katja und Oliver Matthiae als Kotzbrocken Martin. Bewundernswert, wie gut Matthiae, der für den verletzten Jochen Deuticke einsprang, seine ambivalente Rolle meistert.

Das ausgezeichnete Mimen-Trio und Mona Creutzers feinnervige Regie lassen offenbar werden, dass Büchners „Ennui”-Begriff, also jene Mischung von Langeweile, Überdruss und Leere noch immer Bedeutung hat. Der Überdruss hat im Stück des jungen Autors Jan Neumann andere Auswirkungen als zu Büchners Zeiten.

Das klamme Party-Paar spielt sein perfides Spiel, um das Opfer zu demoralisieren. Sie sind nicht nur auf gefährliche Sex-Spielchen aus, sondern auch auf Geld. Mit bösem Witz dreht sich das Ganze, als Nick zum Jäger wird. Seine geliebten Goldfische kleben längst tot an der Wand.

Die eigens für das Stück komponierte Musik von Manfred Leuchter wirkt wie ein Echo auf die gelungene Mixtur aus Komik und Grauen, die viel Applaus erhält. (Theater K, Ludwigsallee 139, „Bastei”, Termine auch 16., 17., 22., 23., 28., 31. März. Beginn jeweils 20 Uhr. Info: Tel. 0241/151155).

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